Dark Shadows (2012) | Review

Tim Burton gehört zu meinen absoluten Lieblingsregisseuren. Ich liebe seinen skurrilen Stil, der mal faszinierend und mal etwas verstören ist. Gerade wie er sich mit Themen wie „Leben & Tod“, „Vater-Sohn-Beziehung“ oder die „Beziehung zweier Welten“ auseinander setzt begeistert mich seit vielen Jahren. Vor kurzem habe ich mal wieder einen Film von ihm gesehen, der unter Fans eher etwas umstritten ist (meines Wissens nach). Ich meine natürlich Dark Shadows und wer den Titel gelesen hat weiß das bereits.


Dark Shadows von 2012 basiert auf einer gleichnamigen TV-Serie aus den Jahren 1966 bis 1971. Diese Serie brachte es auf 1225 Episoden und 2 Filme. Ich kenne jedoch weder die Serie noch die beiden dazugehörigen Filme. Dies sei nur der vollständigkeitshalber erwähnt.

Johnny Depp schlüpft in die Rolle von Barnabas Collins. Dieser macht sich als kleiner Junge im Jahr 1760 mit seinen Eltern auf den Weg in die Neue Welt, um dort das Imperium seiner Familie auszuweiten. In einem Jahr errichtet die Familie Collins in der Stadt Collinsport (die Stadt wurde von der Familie gegründet) ein Fischereiunternehmen & innerhalb von 15 Jahren ihr großzügiges Anwesen.

Als junger Mann hat Barnabas eine Affäre mit der Bediensteten Angelique. Jedoch kann er ihre Liebe nicht erwidern, weshalb Angelique ihre Hexenkräfte nutzt, um das Leben von Barnabas zu zerstören. Seine Eltern werden von einem Stein erschlagen und Barnabas große Liebe stürzt sich in den Tod. Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, wird Barnabas in einen Vampir verwandelt. Schließlich wird Barnabas von den aufgestachelten Bewohnern Collinsports in einen Sarg gesperrt (ebenfalls das Werk der Hexe). Somit endet der Prolog und die eigentliche Handlung setzt ein. Ab diesem Zeitpunkt werde ich jedoch auf eine präzise Nacherzählung der Handlung verzichten, da ich nicht Spoilern will.

Im Jahr 1972 macht sich die junge Maggie Evans (gespielt von Eva Green) aufgrund einer Stellenanzeige, in der Gouvernante (veraltete Bezeichnung für eine Hauslehrerin bzw. Erzieherin) gesucht wird, auf den Weg nach Collinsport. Aufgrund ihrer Vergangenheit, die vorerst im dunklen bleibt, nennt sie sich jedoch Victoria Winters (was ich auch so halten werde).

Kurz nach Victorias Ankunft wird bei einer Baustelle der in einem Sarg eingesperrte Barnabas gefunden. Er befreit sich, tötet die Bauarbeiter und macht sich auf den Weg zu seinem alten Anwesen. Dieses ist jedoch sehr heruntergekommen & auch das Fischereiunternehmen wurde stark vernachlässigt.

Also beschließt Barnabas gemeinsam mit seiner Familie das Unternehmen wieder nach oben zu bringen. Zum Glück weiß Barnabas um den geheimen Familienschatz, der als finanzielle Spritze dienen soll. Jedoch stellt sich unserem Helden seine alte Nemesis, Angelique, entgegen.

Gerade der „Konflikt“ zwischen Barnabas und Angelique ist das Herzstück des Films. Johnny Depp und Michelle Pfeiffer haben eine gute Chemie als unsterbliche Todfeinde die sich zwar wollen (wobei Barnabas einfach scharf auf die Hexe ist) aber wohl am liebsten umbringen würden, wenn sie könnten. Der Rest des Casts ist zwar gut, aber leider gehen diese unter im Vergleich zu Johnny Depp & Michelle Pfeiffer. Die einzige die noch zu erwähnen wäre, ist Helena Bonham Carter. Die sympathische Frau spielt die oftmals betrunkene Psychiaterin Julia Hoffman. Oh und es gibt einen kurzen Gastauftritt von Christopher Lee aber leider nicht als Vampir.

Genremäßig gehört Dark Shadows zu den Horrorkomödien. Wobei sich der Horror eher im Hintergrund hält, & die Komödie im Vordergrund steht. Ein Großteil des Humors bildet sich durch den Protagonisten Barnabas und seiner „Weltfremdheit“. Da er ja über 200 Jahre in einem Sarg eingesperrt war, konnte er technischen & kulturellen Fortschritt nicht miterleben. Er ist oft überfordert mit den technischen Neuerungen & Konventionen der 70er.

Ich hatte mit diesem Film sehr viel Spaß. Die Leistung von Johnny Depp & Michelle Pfeiffer ist sehr gut und auch der Rest des Casts geht in Ordnung, auch wenn er wie bereits erwähnt etwas untergeht. Weiters muss ich das Setting loben, welches schön Düster ist und in jeden Horrorfilm passen würde. Der Humor weiß ebenfalls zu gefallen, auch wenn er wahrscheinlich nicht jedermanns Geschmack ist.

Wenn ich den Film mit älteren Werken von Tim Burton vergleiche, schneidet Dark Shadows eher schwächer ab. Daher lasse ich das.

Kurz zusammengefasst: Ein äußerst lustiger Film mit schönem schaurigem Setting, guten Schauspielern und dem typischen Stil von Tim Burton. Gerade im Vergleich zu anderen, modernen Vampirfilmen ist dieser sehr zum Empfehlen.

Wir lesen uns das nächste mal wieder!

Infos zum Film

Land: USA

Laufzeit: 113 Minuten

Orginalsprache: Englisch

Regisseur: Tim Burton

Mit: Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Helena Bonham Carter, Eva Green (u.a.)

 

 

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