Wonder Woman (DCEU) | Review

Wonder Woman ist eine Comicverfilmung aus dem Jahr 2017 und der vierte Film im DC Extended Universe. Gal Gadot schlüpft erneut in ihre Rolle als Amazonenprinzessin Diana. Die Regie übernahm mit Patty Jenkins, meines Wissens nach, zum ersten mal eine Frau in diesem Genre. Viel Spaß mit meiner Review zum angeblich besten DC Film seit The Dark Knight!


Der Film beginnt in der Gegenwart. Diana Prince (Gal Gadot), Wonder Woman, arbeitet als Kuratorin im Louvre. Sie erhält von ihrem Superheldenkollegen Bruce Wayne aka Batman ein Geschenk. Ein altes Foto, welches man bereits aus Dawn of Justice kennt (Diana an der Seite von mehreren Soldaten) und eine alte Uhr. In einer Rückblende erfährt man, warum sie dieses Geschenk so rührt. Ab hier setzt die eigentliche Handlung ein.
Diana ist das einzige Kind auf der Insel Themyscira, dem Königreich der Amazonen. Dieses Volk ist unsterblich und besteht ausschließlich aus Frauen unter der Führung von Königin Hippolyta (Connie Nielsen) und ihrer Schwester Antiope (Robin Wright).

Der Legende nach wurde Diana von ihrer Mutter aus Ton geformt und durch Zeus zum Leben erweckt. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit, wer mit der New 52 Kontinuität vertraut ist weiß, was ich meine. Alle anderen werden die Wahrheit im Film erfahren.
Diana wird von Antiope in der Kampfkunst unterwiesen, um eines Tages dem Kriegsgott Ares im Kampf die Stirn bieten zu können. Ares ist der Erzfeind der Amazonen und es ist die heilige Pflicht des Kriegervolkes die Welt vor ihm zu verteidigen. Dies wird damit begründet, dass Ares die Missgunst und den Krieg zu den Menschen gebracht hat. Um den Gott des Krieges erschlagen zu können, bewahren die Amazonen das Schwert Gotttöter auf.

Eines Tages landet der Spion Steve Trevor (Chris Pine) auf der Paradiesinsel und wird von Diana vor einem unrühmlichen Ende durch Ertrinken gerettet. Die Freude über die Rettung währt nur kurz als die deutsche Armee, welche Steve verfolgt, die Paradiesinsel entdeckt. Nach einer kleinen Schlacht können die Amazonen, unter Verlusten, ihre Heimat verteidigen.
Steve wird anschließend verhört und erzählt vom tobenden Krieg der alle Kriege beenden soll. Dieser große Krieg wird von Diana als das Werk von Ares vermutet. Trotz des Verbots ihrer Mutter „stiehlt“ Diana einige Schätze der Amazonen (Schwert, Schild, Lasso der Wahrheit & Rüstung) und macht sich mit Steve auf in die Welt der Menschen um den Krieg zu beenden. Ares zu töten ist ihr höchstes Ziel.

Im weiteren Verlauf der Handlung schließt sich Diana einem Spezialkommando unter Steve an. Das Ziel dieser Mission ist die Vernichtung einer geheimen Superwaffe der deutschen Armee. Entwickelt von Doktor Poison (Codename), soll diese chemische Waffe den Sieg der deutschen garantieren. Als Nebeneffekt würden jedoch Millionen Menschen sterben. Diese Katastrophe zu verhindern und Ares zu stoppen ist Dianas Ziel.


Bei Wonder Woman handelt es sich um einen „Origins“-Film, sprich wir erleben die Entstehung von Wonder Woman und ihrem Werdegang zur Heldin. Dies wird mit so viel Gefühl vermittelt wie noch nie zuvor in einer Comicverfilmung. Gal Gadot schafft es Stärke auszustrahlen aber auch genügend Emotionen zu zeigen, um glaubhaft zu wirken. Die Schrecken des Krieges erfüllen sie mit Grauen und bestärken sie nur in ihrer Mission die Welt zu retten. Dazu kommt eine gewisse Naivität, die jedoch sehr sympathisch wirkt

Chris Pine verkörpert Steve Trevor den Loveinteresst und Sidekick von Wonder Woman. Er ist ein zielstrebiger Spion der jedoch nicht zu hundert Prozent an die Mission zu glauben scheint. Der Kampf gegen Ares kümmert ihn nicht, jedoch ist die Vernichtung der chemischen Waffe sein Ziel.

Der Rest des Casts macht einen guten Job und besonders Ares ist ein interessanter Gegenspieler. Er ist nicht unbedingt böse aber durch sein, passives, mitwirken am Krieg ist sein Ziel die Vernichtung der Menschheit. Dazu wird die wahre Identität von Ares sehr geschickt verheimlicht und der Twist am Ende wird sehr gut aufgebaut.


Wonder Woman ist ein sehr bildgewaltiger Film. Die Insel der Amazonen ist ein Paradies inmitten einer Welt des Kriegs und verfügt über kräftige Farben, während der Rest der Welt eher farblos wirkt. Somit entsteht ein wirkungsvoller Kontrast.

Generell wirkt der Film mehr wie ein Comic als ein normaler Film. Mithilfe moderner Technik, dem gelungenen Spiel von Licht & Schatten sowie schnellen Schnitten wirken die Szenen fast schon wie Panels aus einem Comic.
Durch den Einsatz von Slow-Motions und den akrobatischen Leistungen Gal Gadots (Danke Computereffekte) bekommen die Kämpfe eine eigene Dynamik. Besonders im Kampf gegen Ares wird die Macht der beiden göttlichen Wesen beeindruckend dargestellt. Das ist ohnehin ein Vorteil von DC. Während bei Marvel Menschen gegen Monster kämpfen steht bei DC der Kampf von Göttern & Monstern im Vordergrund. Wer dabei welche Position einnimmt, darf jeder selbst entscheiden.

Auch scheut sich Wonder Woman nicht davor, an die Gefühle des Zusehers zu appellieren. Ich war mehr als einmal gerührt vor den teils sehr starken Szenen im Film. Wenn Diana die Grauen des Krieges in Form von flüchtenden Frauen & Kindern oder verkrüppelten Soldaten sieht, wird klargestellt, dass hier kein Platz für Liebe zu sein scheint. Dann gibt es jedoch Szenen, in denen ein kurzer Moment des Friedens herrscht, bevor der nächste Tag wieder den Krieg bringt. Unterstrichen werden die Bilder von einem grandiosen Soundtrack.


Zusammengefasst ist Wonder Woman eine grandiose Comicverfilmung, die ihrem Vorgänger, Dawn of Justice und dem Grundstein Man of Steel in Sachen Atmosphäre in nichts nachsteht. Teilweise übertrumpft Wonder Woman diese sogar. Die Geschichte wird mit viel Gefühl & Spannung erzählt, um den Zuschauer zu fesseln. Mit Gal Gadot wurde die perfekte Wonder Woman geschaffen die Stärke ausstrahlt aber auch Emotionen zeigt und an ihre Prinzipien glaubt. Dazu bleibt die Tradition des düsteren, rauen DC Comic Stils erhalten, was sie von der bunten Konkurrenz aus dem Hause Marvel Disney klar abhebt.
Wenn Man of Steel der Film mit der Ästhetik ist, Dawn of Justice die Action hat & Suicide Squad über Humor verfügt ist Wonder Woman der Film mit Gefühl.

Ich wünsche mir in Zukunft, mehr Filme in dieser Qualitätsstufe, von DC zu sehen. Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns beim nächsten Mal!

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50 Kommentare
  1. Ich fand den Film auch bombastisch. Gerade der unschuldige Humor von Diana war klasse!! Allerdings fand ich gerade das Finale in dem der Film eben zu sehr Superheldenfilm sein wollte etwas schwach. Ich werde die Tage aber auch noch meine Review dazu schreiben 😉

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  2. Ich bin leider noch nicht ins Kino gekommen, obwohl ich so auf diesen Film hingefiebert habe. Auf so einen Film warte ich eigentlich seit meiner Kindheit. Meine Heldenfiguren sind seitdem zumeist männlich gewesen- einfach, weil es nie eine Heldin gab, ohne dass diese als Sexsymbol stilisiert wurde. Ich freue mich schon seit geraumer Zeit, dass mein 8 Jähriger seit Lego Batman 3 total fasziniert von Wonderwoman ist -es wäre bisher einfach undenkbar gewesen, das ein Junge eine weibliche Heldin als Vorbild hat. Dafür danke ich D.C., denn Marvel hat diese Chance ja mehrmals ausgeschlossen. Nun der Grund wieso ich noch nicht im Kino war – mein Sohn möchte mit, der Film ist aber FSK12. Den Reviews nach ist der Film gerade hervorzuheben durch die realistische Darstellung des Krieges- daher bin ich mir nicht sicher, ob mein Sohn schon mit sollte – aber allein zu gehen habe ich noch nicht übers Herz gebracht 😉

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    • Bei Marvel spielen die weiblichen Helden, zumindest in den Filmen, immer die zweite Geige. Ich finde das sehr schade weil es bei Marvel so viele starke & interessante weibliche Figuren gibt.

      Der Krieg wird auf jeden Fall sehr realistisch dargestellt aber gleichzeitig wird auch erklärt was los ist. Für 8 ist es vielleicht etwas zu viel aber alternativ kann man auch bis zum erscheinen der Blu-Ray warten. Um diese “ Bedenkzeit“ zu überbrücken kann ich den DC Animationsfilm zu Wonder Woman empfehlen. 🙂

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      • Das Problem ist, dass sich einige Marvelverantwortliche leider klar gegen weiblich Hauptrollen ausgesprochen haben. Hier hätte man eine Pionierrolle haben können – die geht so an DC. Danke für die Empfehlung, die werden wir uns gern einmal anschauen 🙂

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      • Ich habe ehrlich gesagt hier nicht so das Fachwissen, aber vielleicht bald, da ich mich noch intensiv mit Superhelden auseinandersetzen werde. 😉 Wobei ich mich damit schon wegen Marvel`s Jessica Jones befasst habe (Netflix-Serie) und Luke Cage (Marvel, Netflix) habe ich auch geschaut.
        Ich schaue normalerweise eigentlich Superhelden-Serien- oder Filme nicht so gerne. 😀 Deshalb kann ich das auch nicht so beurteilen, aber die Basics sind mir schon bekannt. Als Actionfilm funktioniert er auch für mich und mir war halt die Darstellung eines weiblichen Superheldens wichtig. Außerdem wird der Film ja so gehyped, was mich sehr neugierig gemacht hatte.
        DVD ist schon vorbestellt. 😉

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      • Zu meiner Schande muss ich gestehen dass ich die Marvel Serien noch nicht gesehen habe. 😓
        Aber diese Bildungslücke hole ich bald nach. 😅

        Wenn man die Basics kennt hat man schon die halbe Miete. Der Rest kommt mit weiteren Filmen & dem sammeln von Hintergrundinformationen. 🙂

        Oh ich glaube ich weiß wen du meinst. Ich habe ne Spider-Man: Homecoming von einer Hardcore-Feministin gelesen. Hat sich fast wie ein Witz gelesen weils doch arg überspitzt war.
        Was will man mehr als eine starke, emotionale & glaubwürdige Superheldin? Wonder Woman ist die Heldin die wir alle wollten. 🙊

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      • Dann aber schnell! Mach das. 😉
        Richtig! Bald weiß ich mehr.
        Vielleicht meinen wir die gleiche Person. Ich habe glaube ich nur das über Wonder Woman bei ihr gelesen. Gut, ist immer die Frage, was man unter „Hardcore“-Feministin versteht. Also ich empfand sie auch als Hardcore. Ihr war der Film nicht feministisch genug, das Genre hat sie überhaupt nicht berücksichtigt, was man aber tun müsste – Feminismus ist dann doch nicht von Media Studies trennbar. Wie gesagt, alls völlig zerrissen. Konnte ich nicht nachvollziehen.
        Finde ich auch. So eine Heldin hat gefehlt und der Film ist auch ein Durchbruch in Dachen weibliche Superhelden.

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      • Ja hab ich im Urlaub vor. 😂

        Natürlich, die Definition von Hardcore-Feministin ist relativ dehnbar.
        Wenn man allerdings das Genre des Superheldenfilms nicht berücksichtigt sollte man sich jedes weitere Kommentar zum Film verkneifen. Das Genre wird von Männern dominiert und Wonder Woman ist die erste starke weibliche Heldin im Superheldenfilm.
        Wenn Marvel neben Jessica Jones (die ich als Beispiel nehme weil sie als einzige ihre eigene Serie hat) auch Captain Marvel, Miss Marvel & evt. Medusa von den Inhumans so stark präsentieren würde, wäre mir das sehr willkommen! 🙂

        Kein Problem wegen dem Tippfehler. Passiert doch jedem mal. 😅

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      • So ist das (leider). Hardcore fängt bei vielen leider auch schon früh an.
        Ganz genau! Und im Rahmen dieses Genres ist Wonder Woman sehr wohl feministisch, was diese Kritikerin nicht sieht.
        Hm, also Jessica Jones hat mich auf jeden Fall beeindruckt. Wobei man hier vielleicht noch was kritisieren könnte, das man aber wiederum positiv auslegen könnte, wenn man beachtet, dass es sich um einen Film-Noir-Charakter handelt. Der typische dunkle Antiheld bzw. eigensinnige, einbrötlerische Detektiv-Charakter. Doch ja, Jessica Jones ist gut. 🙂 Enthält auch viel aus der Rape Culture. Somit eigentlich ganz gut thematisiert, natürlich im Rahmen des Genres.

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      • Leider ist das richtig. So wird auch jeder weitere Dialog verhindert und ich stimme dir erneut zu was den Feminismus in Wonder Woman angeht.

        Ich habe mir aufgrund deiner Beschreibung die erste Folge angesehen und mein erster Eindruck ist sehr positiv. Ich bin gespannt wie sich die erste Staffel entwickelt und werde dazu eine Review verfassen. 🙂
        Danke dafür! 😀

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      • Wie kann man ihn nicht gut finden? Das habe ich mich auch gefragt, als eine Bloggerin den Film völlig zerrissen hatte, weil er nicht in ihr Feminismus-Konzept passt (eindeutig fehlte ihr die Kenntnis über das Genre!). Hab ich mich aufgeregt!

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