Todesmarsch | Review

Eine weitere Rezension zu einem Buch und wieder einmal geht es um den großartigen Stephen King. Todesmarsch gehört zu den Büchern, die King unter dem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlicht hat. Das bedeutet, wir tauchen erneut in die Psyche des Protagonisten ein und lassen Übernatürliches außen vor.


Amerika zu einer unbestimmten Zeit. Eine Militärregierung beherrscht mit eiserner Faust das Gebiet der Vereinigten Staaten. Jedes Jahr am ersten Mai brechen einhundert siebzehnjährige zum sogenannten Todesmarsch auf. Für 99 Teilnehmer endet der Marsch mit dem Tod. Der Gewinner erhält alles, was er sich wünscht. Protagonist ist Ray Garraty aus Maine, wo der Marsch beginnt.

Die Rahmenhandlung von Todesmarsch ist relativ simpel, wie oben beschrieben. Würze & Spannung erhält die Geschichte durch die Teilnehmer des Marsches. Jeder hat seine Geschichte und wir erfahren viel über eine kleine Gruppe von Gehern, genannt Musketiere, um den Protagonisten Ray. Diese Gruppe wird Musketiere genannt und sie sind der Grund, warum Todesmarsch so lesenswert ist. Im Laufe des Buches erfährt man viel über ihre Ansichten, ihre Träume, Wünsche, Hoffnungen & Ängste und es schmerzt jedes Mal ein klein wenig, wenn ein Musketier ausscheidet.
Neben den interessanten Figuren ist auch das „Weltbild“ von Todesmarsch durchaus spannend. Die USA werden von einer Militärregierung, angeführt vom mysteriösen Major, geleitet. Es wird nie klar, wie die USA zu diesem System gekommen ist, oder gar, in welchem Jahr die Geschichte spielt. Daraus ergibt sich der Vorteil einer zeitlosen Geschichte, die man faktisch in jedes Jahrzehnt 20. & 21. Jahrhunderts adaptieren könnte.

Vor meinem Fazit noch ein paar Worte zum Marsch selbst. Im Buch wird nie gesagt, wie diese Tradition entstanden ist, jedoch muss es sie bereits seit mindestens 17 Jahren geben. Dazu kommt der scheinbare Irrsinn, jedes Jahr 99 zu opfern. Dem gegenüber steht die Bejubelung, fast schon Vergötterung, der Geher durch das Volk. Es gibt unzählige Unterstützer, es ist gegen die Regeln, dem Geher externe Ressourcen wie Limonade zu geben, oder Fanclubs dieser und „Volksfeste“ um die tapferen Teilnehmer des langen Marsches anzufeuern. Umso mehr erfreut sich die Masse, wenn einer der Geher strauchelt, fällt, oder stirbt. Diese fast schon perverse Gier nach Tod & Blut beziehungsweise kranken Souvenirs, wie verlorene Schuhe, sind sowohl schockierend und abstoßend, als auch faszinierend.


Zusammengefasst ist Todesmarsch ein gelungener Roman über eine düstere Utopie der USA. Die Konzeption der Figuren ist glaubhaft, die Welt interessant und Stephen King schafft es mal wieder, den Leser in seine eigene Welt zu ziehen. Ich freue mich bereits auf das Buch von Stephen King und bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns beim nächsten Mal!

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