Johann Wolfgang von Goethes Faust | Review – Autor: Christian Bauer

Hubert Burghardt sprach einst treffend:

Wer grübelt, dass die Sau sich graust, es ist natürlich Goethes Faust. Da steht er nun der große Philosoph und meint, er sei genau so doof, wie Hinz und Kunz, wie ich und du, doch hören wir ihm selber zu…“

Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin und leider auch Theologie durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug, als wie zuvor!

Faust, der Professor und mediale Superstar seiner Zeit, wird sich des Dilemmas, das vielen Menschen, die ihr über die Jahre herangebildetes Wissen mit einem Hauch von Demut, die die Selbstreflexion mit sich zu bringen vermag, beschäftigt, bewusst:

Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ Sokrates, dem das Zitat über Cicero zugeschrieben wird, meinte hiermit nicht, dass sein einziges Wissen das um die eigene Unwissenheit sei, sondern ihm über jeden Zweifel erhabenes Wissen (Weisheit) fehle.
Sir Karl Popper griff dies mit seiner These, dass es keine absolute objektive Wahrheit gäbe, sondern maximal Hypothesen, an die wir uns in unseren bescheidenen Wahrnehmung darüber, wie natürliche Phänomene zu erklären seien, klammern. Er sorgte damit vor allem im Bereich der Grundlagenforschung für eine Weiterentwicklung der Wissenschaft, da zuvor als harter Fakt Angenommenes, plötzlich in Frage gestellt wurde.

Der alte Faust trifft im weiteren Geschehen auf einen Hund, welcher sich in späterer Verwandlung als Mephistopheles herausstellt. Er schließt mit selbigem eine Wette, nach dem ihm irdisches Glück und Weisheit beschieden sein möge. Sollte er sich jedoch dem bloßen Augenblick hingeben, so verliert er seine Seele an den Teufel. Es handelt sich somit um ein Konkurrenzverhältnis zwischen Faust und Mephistopheles.
Als Faust jedoch im Vorbeigehen auf die hübsche Margarete(das Gretchen) trifft, begreift er, dass ihn sein Bemühen um die Wissenschaft bisher nicht wahrhaft zu dem gebracht hat, was er begehrt und das ist, wen wunderts, die Wärme einer jungen schönen Frau zu spüren. Zwar spricht er sie hoffnungsvoll an,
Mein schönes Fräulein darf ich wagen, meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen
erntet jedoch für seine Bemühungen vom Gretchen mit den Worten
Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehn
einen Korb.
Mephistopheles soll ihm in weiterer Folge die Gunst des Gretchens verschaffen und es entwickelt sich ein teuflischer Plan…

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) Faust kennt so ziemlich jeder und wenn auch nur vom Hörensagen. Auf jeden Fall handelt es sich um ein beeindruckendes Werk, das auch heute noch zu Recht in den Schulen durchgenommen wird.

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