Mord im Orient-Express (2017) | Review

Mit dem Werk von Agatha Christie bin ich noch nie in Berührung gekommen. Ich weiß um ihren Einfluss in der Literaturgeschichte und um die hohe Anzahl an Verfilmungen ihrer Bücher. Mit der 2017er Verfilmung von Mord im Orient-Express kehrt das Krimigenre auf die große Leinwand zurück und ich wurde positiv überrascht.


Die Handlung eines Krimis zu beschreiben, ist immer schwierig, weil ein Spoiler ausreichen kann, um alles zu verderben, auch wenn diese Geschichte einer breiten Masse bekannt ist. Trotzdem werde ich nur einen groben Überblick geben. Hercule Poirot, der wahrscheinlich größte Detektiv der Welt, löst gerade einen Fall in Jerusalem. Auf seiner Rückreise nach London, um Urlaub zu machen, nimmt er den legendären Orient-Express. Während der Reise bleibt der Zug auf einem Viadukt stehen, da die Lokomotive in einer Schneewehe entgleist ist. Ein Passagier, der zwielichtige Ratchett, wird ermordet und Poirot ermittelt gegen die anderen Reisenden. Einer der Reisenden muss der Mörder sein. Die Handlung ist über weite Strecken sehr spannend und leidet nur selten unter Leerlauf. Besonders die Enthüllung am Schluss ist sehr stark & emotional. Mir hat das Element „Gift des tiefen Grams“ aus Hamlet sehr gefallen, denn es ist dieses Gift, was aus einem zivilisierten Menschen einen Mörder macht.


Mord im Orient-Express lebt von seinen interessanten Figuren. Als Protagonist dient Kenneth Branagh, der auch Regie führte, in der Rolle von Hercule Poirot, bei dem es sich um einen ebenso genialen wie etwas eigentümlichen Detektiv handelt. Ein Vergleich zu Sherlock Holmes lässt sich auf Grund gewisser Ähnlichkeiten kaum vermeiden. Branagh selbst spielt seine Rolle sehr gut, aber mir fehlte das gewisse etwas.

In weiteren Rollen sieht man unter anderem Johnny Depp als Geschäftsmann Edward Ratchett, Josh Gad als Hector MacQueen, William Dafoe als Professor Hardman & Penélope Cruz als religiöse Pilar Estravados. Allgemein lässt sich sagen, dass der Film eine sehr starke Besetzung aufweist und jeder seine Rolle überzeugend spielt. Wer der Mörder ist, wird geschickt verschleiert, bis zur großen Enthüllung, die sehr stark in Szene gesetzt wird. Die 12 Verdächtigen sitzen an einem Tisch, was von der Anordnung dem letztem Abendmahl verblüffend ähnelt. Zudem fragt Poirot unterschwellig nach dem Verrat, wie einst Jesus es tat.


Zusammengefasst ist Mord im Orient-Express ein sehenswerter Krimi und für mich ein gelungener Einstieg in das Werk von Agatha Christie. Dank einer hervorragenden Besetzung, kann man dem Film kleine Schönheitsfehler, wie die gelegentlichen Längen, oder die etwas vage Aufdeckung des Falls verzeihen. Ich gebe dem Film das Prädikat sehenswert unter der Bedingung, dass man Interesse am Werk von Christie und den Verfilmungen hat!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

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