Shadow of the Colossus | Review [Playstation 4]

Ich glaube wir sind uns einig, wenn ich behaupte, dass Shadow of the Colossus zu den besten Spielen der letzten Jahre gehört. Sony hat sich das ebenfalls gedacht und am 7.2.18 ein Remake des modernen Klassikers für die PS4 veröffentlicht. Ob das Remake seine Vorlage mit Respekt behandelt will ich euch nun erzählen!


In einem fernen Land, namens Dormin, steht ein Tempel, in dem eine große Macht schlummern soll. Wander reist auf seinem Pferd Agro nach Dormin, um seine geliebte Mono ins Leben zurückzuholen. Er legt ihren leblosen Körper auf den Tempel im Altar und betet.

Um seine Geliebte ins Leben zurück zu holen, muss er 16 Kolosse bezwingen, die überall in diesem einsamen Land leben. Diesen Auftrag erhält er von dem mysteriösen Wesen Dormin, welches nur als Licht auftritt.

Eine simple Handlung, die jedoch durch eine gekonnte Inszenierung fesselt. Um seine große Liebe zu retten, muss der Held 16 Bestien erschlagen, doch wirken diese nicht feindlich. Steckt hinter dieser Quest mehr, als man auf den ersten Blick sieht?


Das Spielprinzip von Shadow of the Colossus wirkt auf den ersten Blick ebenso simpel wie die Handlung, jedoch täuscht auch dieser Aspekt. Im Kern muss man „nur“ 16 Kolosse besiegen, was sich als mal mehr, mal weniger schwer entpuppt. Jeder Koloss hat seine eigene Strategie, die man erst studieren muss, danach folgt das Markieren der Schwachstelle(n) und erst jetzt fängt der Spaß richtig an. In der Regel sind die Gegner bedeutend größer als der Spieler und müssen erklommen werden. Dabei muss nicht nur auf die eigene Ausdauer, sondern auch auf das Abwehrverhalten des jeweiligen Bosses geachtet werden.

Wer sich einen Vorteil verschaffen möchte, kann die Spielwelt nach Obstbäumen und Eidechsen mit silbernen Schwänzen absuchen, um die eigene Ausdauer bzw. die Gesundheit zu erhöhen.

Etwas meckern muss ich aber auch, da die Steuerung etwas zu schwammig ist, um wirklich perfekt zu sein. Besonders das Greifen ist nicht immer optimal gelöst und Wander greift von Zeit zu Zeit daneben, was die Kämpfe erschweren kann.


Kennt ihr das? Ihr habt eine offene, freierkundbare Spielwelt, die jedoch komplett leer ist. Was vielen Spielen das Genick bricht, ist in Shadow of the Colossus ein wichtiges Stilmittel, denn eines der zentralen Themen ist Einsamkeit und einsam fühlt man sich im Land Dormin sehr schnell. Bis auf die 16 Kolosse gibt es kaum Leben. Manchmal einen Falken hier, einen Fisch dort oder ein paar Schmetterlinge aber keine Menschen.

Das Remake greift die Stärken des Originals im Bereich Präsentation auf und überflügelt seine Vorlage bei weitem. Die Wüsten wirken leer und trostlos, die Wälder sind malerisch, die Seen unheimlich. Aus einer leere Ebene wird ein gigantisches Panorma unter einem ebenso gigantischen Himmel. Hier sei die Kameraperspektive gelobt, welche wie ein Weitwinkelobjektiv funktioniert und sowohl die Spielwelt, als auch die Bosse epochal wirken lässt. Die Kamera gibt dem Spieler fast immer einen guten Überblick über seine Umwelt und die Bosse, stellt diese aber auch so ins Bild, um Ehrfurcht zu erwecken.

Wer eine PS4 Pro hat, kann zusätzlich auswählen, ob der Fokus auf der Auflösung oder Bildrate liegt. In meinem Fall ist es die Auflösung, da die Performance von Shadow of the Colossus hervorragend und um Welten besser ist, als im geistigen Verwandten The Last Guardian.

Akustisch gibt es auch einiges auf die Ohren. Der Soundtrack unterstreicht sowohl die einsame Spielwelt, als auch die gewaltigen Kämpfe. Jede Schlacht wird mal mehr, mal weniger treibend unterlegt, was sehr atmosphärisch wirkt und den Kolossen eine akustische Identität gibt.


Zusammengefasst behandelt das Shadow of the Colossus Remake seine Vorlage mehr als respektvoll und übertrifft diese sogar im Bereich der Präsentation bei weitem. Die erdrückende Einsamkeit wird noch stärker vermittelt, das Gameplay hat die gleichen Macken wie früher, aber der Spielspaß bleibt erhalten und daher gibt es ein verdientes Prädikat spielenswert. Besitzer einer PS4 müssen zugreifen!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder!

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