Black Panther | Review

Das Marvel Cinematic Universe geht in die achtzehnte Runde und bringt mit Black Panther den ersten Solofilm um den „Man without Fear“. Kann Marvel den hohen Standard halten und fügt der Film dem Genre an sich etwas neues hinzu? Diesen Fragen will ich auf den Grund gehen.


Nach den Ereignissen in Captain America: Civil War besteigt T‘Challa/Black Panther den Thron seiner Heimat Wakanda, einem scheinbaren dritte Welt Land in Afrika, dass jedoch dank des Metalls Vibranium technologisch weit fortgeschrittener ist als irgendeine andere Nation.

Die Herrschaft über Wakanda erweist sich, als schwieriger als gedacht da verschiedene Strömungen im Land herrschen. Da Wakanda völlig isoliert ist und keinen wirklichen Kontakt zur Außenwelt hat, konnte dort ein technologisches Utopia errichtet werden. Mithilfe ihrer Technologie könnte Wakanda die Welt zu einem besseren Ort machen oder sie beherrschen.

Als Ulysses Klaue (bekannt aus Avengers: Age of Ultron) und der Ex-Soldat Erik Killmonger in einem Londoner Museum ein Artefakt aus Vibranium stehlen muss sich Black Panther der beiden Schurken annehmen und dabei verhindern, dass die Welt erfährt, was Wakanda wirklich ist.

Black Panther fällt in die Kategorie des Origin-Films und baut den Charakter des T‘Challa aus Civil War weiter aus. In dieser Funktion macht der Film einen guten Job aber Spider-Man: Homecoming, ebenfalls aus den Nachwehen des Civil War entstanden, hat gezeigt, wie man es besser machen kann. Durch die Etablierung eines Mentors, der dem Helden zur Seite steht und wenn nötig zur Besinnung bringt, hätte der Film etwas mehr Tiefgang für die Figur des Black Panther an sich mitgebracht.

Die meiner Meinung nach größte Schwachstelle des Films ist das Fehlen, von wirklichen Bezügen zum restlichen MCU. Es bringt wenig, wenn man einen Schurken & einen CIA-Agenten aus früheren Filmen sowie das bereits in Captain America 1 etablierte Vibranium in die Handlung einbindet, aber kaum auf den direkten Vorgängerfilm Civil War, in dem Black Panther an Iron Mans Seite kämpfte, eingeht. Dazu kommt das völlige fehlen von Captain America, der nach Civil War in Wakanda Asyl erhalten hat. Man muss diesen Charakter nicht aktiv in die Handlung einbinden aber zumindest eine Erwähnung des Captain und seinen Geächteten wäre nicht verkehrt gewesen. Ein Solofilm innerhalb eines großen Franchise schafft zwar eine eigene Identität, lässt aber die Zugehörigkeit, trotz Anspielungen auf Age of Ultron, zum restlichen Universum vermissen.

Was wiederum positiv zu erwähnen ist, sind die beiden Schurken des Films. Zum einen hätten wir den Waffenhändler Ulysses Klaue, der seit dem Verlust seines Arms scheinbar etwas verrückt wurde und fast schon, wie die Marvel-Version des Jokers auftritt. Umso kontrastreicher tritt der tragische Charakter Killmonger auf, dessen oberstes Ziel Gerechtigkeit ist. Gerechtigkeit für sich, für sein Volk und die Unterdrückten auf der Welt. Um dieses Ziel zu erreichen, ist er sogar bereit eine weltweite Revolution anzuzetteln und Wakanda steht auf Platz 1 seiner Liste. Leider sieht man von Killmonger viel zu wenig im Film. Er wird geschickt etabliert bekommt danach aber zu wenig Screentime. Die politischen Themen des Films werden in Killmonger vereint und mehr Screentime mit ihm hätte auch der Dynamik in der Erzählstruktur sicher gut getan.


Black Panthers größte Stärken sind ganz klar die Optik und die Inszenierung. Der Film ist eine der ausgefallensten Comicverfilmungen der letzten Jahre. Die bunten Kostüme und Stammesrituale wirken weder klischeehaft noch aufgesetzt, sondern absolut authentisch und zeigen Afrika, in diesem Fall durch Wakanda repräsentiert, von einer traditionelleren Seite. Black Panther verfügt ohnehin über eine breite Palette von äußerst bildgewaltigen Schauplätzen verfügt wie Busan, Wakanda oder die Vibranium-Mine.

Dazu kommen sehr dynamische Actionszenen die, wie die restliche Präsentation, eine eigene Note haben. Besonders die genretypische Entscheidungsschlacht am Ende des Films ist hervorragend inszeniert und spielt sich auf mehreren Ebenen. Ich muss aber auch bei den Actionszenen etwas meckern. Ein schwarzes Kostüm auf schwarzem Hintergrund sorgt in der Action nicht gerade für viel Übersicht. Es kommt zwar selten vor aber besonders bei Black Panthers erstem Kampf im Film herrscht Chaos.

Der Soundtrack ist sehr stimmig und passt perfekt zum Film, jedoch würd ich ihn unter normalen Umständen nicht hören. Dieser Umstand trifft für mich aber auf fast alle Filmsoundtracks zu.


Zusammengefasst hat Regisseur Ryan Coogler eine äußerst solide Comicverfilmung abgeliefert, die in der Präsentation zu den besten Vertretern des Genres gehört. Mein Hauptproblem liegt in der Erzählung und dem Fokus der Handlung an sich. Die politischen Themen des Films rücken nicht ganz so stark in den Vordergrund wie es wohl angedacht war aber das ist auch gut so. In erster Linie soll eine Comicverfilmung unterhalten und schwere Themen nur im Subtext bearbeiten.

Ist Black Panther der beste Film des MCU? Nein bei Gott nicht. Ein Captain America: Civil War,Thor: Ragnarokoder Guardians of the Galaxy waren bedeutend epischer, actionlastiger, dynamischer und/oder unterhaltsamer aber Black Panther hat einen Mehrwert. Durch die detaillierte Vorstellung Wakandas wird das MCU um einen Schauplatz erweitert und der technologische Fortschritt lässt Hoffnung aufkommen den kommenden Krieg gegen Thanos irgendwie zu überleben.

Trotz meiner Probleme mit dem Film vergebe ich ein sehenswert, da Black Panther zu den optisch imposantesten Comicverfilmungen zählt und zwei wirklich gute Bösewichte sowie mehrere kommende Helden/Schurken mitbringt.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

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15 Kommentare Gib deinen ab

  1. ainu89 sagt:

    Nachdem wir eh schon lang und breit über den Film diskutiert haben schreib ich hier mal nur etwas zur Rezension an sich: die ist wie immer sehr gut geschrieben 😉

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    1. DerStigler sagt:

      Danke für die Blumen & das kann ich nur zurückgeben! 🙂

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  2. Pialalama sagt:

    Hallo 🙂

    Ich fand den Film ( zweit erfolgreichster Marvel-Film in den USA übrigens) recht gut, auch wenn er sich von den anderen Marvel Filmen doch deutlich abgrenzt. Allein schon durch die übertriebene Action in anderen Filmen. Dass nicht so sehr auf den Rest des Marvel-Universums eingegangen ist, fand ich auch nicht wirklich schlimm. Mir hat allerdings was im Gesamtbild gefehlt. Irgendetwas, das die Sache in sich stimmiger macht.

    Grüße!

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    1. DerStigler sagt:

      Hallo! 🙂

      Ich kann verstehen was du meinst. Nachdem ich den Film gesehen habe ging mir der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass etwas fehlt. Für mich war der Kniff in der Handlung und der fehlende Zusammenhang mit dem restlichen MCU. 🙂

      Liebe Grüße

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  3. Hey!
    Eine wirklich tolle Rezension!
    Auch wenn du Kritikpunkte hast finde ich es gerade toll, dass du auch die Stärken benannt hast.
    Ich kenne nicht viele Marvelfilme, die meisten haben für mich kaum Mehrwert, ich schaue sie mir aber recht gerne an. Civil War habe ich nicht gesehen, somit kann ich was das betrifft nicht viel sagen.
    Beim Gucken habe ich tatsächlich zwischendurch vergessen, dass es ein MCU Film ist, was ich aber eigentlich gar nicht tragisch finde..
    Ich mochte den Film insgesamt wahnsinnig gerne. Den Soundtrack muss ich mir mal anhören, die Musik im Film gefiel mir richtig gut, ich fand sie sehr atmosphärisch und passend.
    Den Aspekt mit dem Marvel-Joker finde ich spannend, jetzt wo du es sagst.. könnte hinkommen 😀
    Ich mochte seine Rolle, er wirkte echt ein wenig verrückt haha.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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    1. DerStigler sagt:

      Hallo!

      Dankeschön! 🙂

      Ich würde es unfair finden mich bei einen Werk nur an den Schwächen aufzuhängen und die offensichtlichen Stärken zu übersehen.

      Das mit dem fehlenden Bezug zum MCU finden die meisten nicht so schlimm. Ich bin da einfach schon zu tief in der Materie drinnen (danke dafür DC Comics) drinnen. 😁

      Ich kann jeden verstehen der den Film mag, irgendwo mag ich ihn ja auch aber meine Ansprüche steigen mit jedem MCU Film und bis auf die Handlung war der Film durchaus sehenswert. 🙂

      Liebe Grüße,
      Patrick

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      1. Machen manche aber auch, deswegen finde ich es immer schön, wenn ich dann solche Beiträge lese 🙂

        Ja das kann sein. Ich lese erst seit eineinhalb Jahren ca. Comics und habe da nicht sooo den Bezug zu 🙂
        Dass deine Ansprüche steigen kann ich aber dennoch nachvollziehen.

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      2. DerStigler sagt:

        Leider hast du recht. Ich finde man muss durchaus sowohl positive als auch negative Merkmale hervorheben. ☺️

        Oh cool. Welche Comics liest du so??? 😁

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      3. Eben 🙂

        Aktuell bin ich eher im Manga-Wahn, hätte ich nie gedacht. Ansonsten mag ich gerne Comics aus dem Splitter Verlag, vor allem so dystopische Sachen.

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      4. DerStigler sagt:

        Oh nice. Was für Mangas liest du gern? 🙂

        Wow von Splitter habe ich schon ewig nichts mehr gelesen. 🙂
        Also wenn du Dystopien magst kann ich dir Watchmen, Futures End sowie The Dark Knight Returns (Dystopien im DC Universum) und Wanted empfehlen. ☺️

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      5. Ach, alles mögliche. Ich finde mich da gerade so ein. Meine Lieblinge sind bisher Attack on Titan, The Promised Neverland und Ousama Game.
        Danke für die Tipps 🙂

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      6. DerStigler sagt:

        Attack on Titan mag ich wegen dem Zeichensteil und dem Konzept. 🙂
        Von Ousams Game habe ich schon gehört. 😀

        Mangas die ich empfehlen kann wären Hellsing, Ultraman, Basilisk, Uzumaki, Re:Member und Gyo. Die habe ich auch schon auf meinem Blog rezensiert. ☺️

        Außerdem ist Berserk, Dragonball, Ghost in the Shell, Bleach (die erste Hälfte), Tokyo Ghoul und Inu Yasha echt lesenswert. 😀

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      7. Ousama Game ist echt mega cool 🙂

        Oh, davon kenne ich tatsächlich keins. Schaue ich mir mal an, danke für die Tipps.

        Tokyo Ghoul wartet hier schon auf seinen Einsatz 🙂

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      8. DerStigler sagt:

        Nichts zu danken! 🙂

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