Starship Troopers | Gedankenspiel [Kultfilm #1]

Es gibt Filme, die sich nicht für eine normale Rezension eignen. Daher habe ich meine neue Rubrik „Kultfilme“ ins Leben gerufen, wo einmal im Monat ein Film vorgestellt wird, der meiner Meinung nach einen besonderen Platz in der Filmwelt verdient hat. Das bedeutet, ihr werdet monatlich einen Beitrag zu einem Kultfilm auf meinem finden, in dem ich auf die jeweiligen Stärken, Besonderheiten und eventuellen Schwächen eingehen werden.

Den Anfang für dieses Format macht der Military-Science-Fictionfilm Starship Troopers, der 1997 unter der Regie von Paul Verhoeven entstanden ist und auf dem gleichnamigen Roman von Robert A. Heinlein basiert.

An dieser Stelle spreche ich eine kleine Spoilerwarnung aus.


Starship Troppers schildert die militärische Laufbahn des Protagonisten Johnny Rico (Casper Van Dien) im Hauptstrang und behandelt die Werdegänge seiner Schulkameraden Carmen (Denise Richards), Dizzy (Dina Meyer) und Carl (Neil Patrick Harris) beim Militär in den Nebensträngen.

Der Rahmenhandlung geht ein Krieg mit Arachnodien Aliens, genannt Bugs, voraus in dessen Verlauf sich die Menschheit hinter einer großen Weltregierung versammelt hat.

Im Zuge der militärischen Ausbildung der Protagonisten erlebt der Zuseher sowohl die Höhen als auch die Tiefen des Werdegangs der Figuren sowie deren Entwicklung. Nach einem verheerenden Angriff der Bugs auf die Erde beginnt die Weltregierung mit einem Gegenschlag auf die Welt der Bugs.

Der Film selbst endet mit keinem Endsieg der Menschen, sondern erweckt den Eindruck einer Episode in einem langen Krieg.

Was mir an Starship Troopers schon immer gefallen hat, war die Überstilisierung des Militärs, was von vielen Menschen falsch ausgelegt wird. Die Intension des Regisseurs Paul Verhoeven ist keine Verherrlichung des Militärs, sondern eine Kritik am Hurra-Patriotismus (Kriegseuphorie), wie ihn das US-Außenministerium betrieben hat, sowie dem sogenannten militärisch-industriellen Komplex. Dadurch entsteht subversiver Humor, der zugegebener Maßen nicht leicht zu verstehen ist aber bei aufmerksamem Zusehen erkannt werden kann.

Abseits der politischen Kritik und der interessanten Handlung hat Starship Troopers weitere Stärken. So ist das Design der Bugs äußerst ausgefallen und erinnert nur entfernt an eine Lebensform der Erde. Trotz des Alters von über 20 Jahren können sich die Bugs immer noch sehen lassen ohne das der Zuseher an plötzlichem Augenbluten erkrankt. Das ist insofern überraschend, weil viele Filme in den späten 90er Jahren nicht wussten, wie man CGI richtig einsetzt. Hier sei erwähnt, dass die Bugs im Film wenig Gemeinsamkeiten mit den Aliens der Romanvorlage haben. Werden die Aliens im Roman als weder humanoid noch als human beschrieben, ähneln sie im Film einer Horde riesiger Killerinsekten, was aber definitiv ikonischer wirkt.

Es gibt generell einige Unterschiede zwischen der Romanvorlage und dem Film aber eine genaue Aufzählung würde den Rahmen sprengen.

Was ich aber erwähnen muss, sind die Unterschiede zwischen der Deutschen und der englischen Fassung. So geht beispielsweise der wichtige Unterschied zwischen Citizen (Bürger; der den Militärdienst geleistet hat und zahlreiche Privilegien genießt) und Civilian (Zivilist; hat nicht gedient) fast völlig unter.

Außerdem wird eine Passage aus einer Unterrichtsstunde, die sich kritisch mit dem Sozialismus und der Demokratie auseinandersetzt, abgeändert.

Original

“This year we explored the failure of democracy, how the social scientists brought our world to the brink of chaos. We talked about the veterans, how they took control and imposed the stability that has lasted for generations since.”

„Dieses Jahr erforschten wir das Scheitern der Demokratie, wie die Sozialwissenschaftler unsere Welt an den Rand des Chaos brachten. Wir sprachen über die Veteranen, wie sie die Kontrolle übernahmen und die Stabilität erzwangen, die mittlerweile seit Generationen anhält.“

Abgeänderte Version:

„Unser Thema war dieses Jahr die politische Entwicklung seit der Jahrtausendwende, und wie Außerirdische diese Entwicklung beeinflusst haben. Wir sprachen über die Bugs, wie sie die Erde angriffen und Tausenden unserer Vorfahren den Tod brachten.“


Ich halte Starship Troopers für einen faszinierenden und absolut sehenswerten Vertreter des Military-Science-Fiction Genres, der leider zu oft missverstanden wurde aber aufgrund der oben genannten Eigenschaften einen festen Platz in den Reihen der Kultfilme verdient.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Zum Glück wurde in Deutschland die Indizierung wieder aufgehoben. Diese geschah aufgrund des von dir erwähnten falschen Verständnisses der Darstellung des Militärs. Die FSK-Stelle hatte die satirischen Elemente nicht als Satire wahrgenommen. – Damals habe ich den Film im Kino gesehen und war überwältigt von der Mischung aus Puppen- und CGI-Effekten. 🙂

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    1. DerStigler sagt:

      Die Indizierung ist ein leidiges Thema aber in den letzten Jahren scheint sich die Situation zu verbessern oder? 🤔
      Mich fasziniert die Technik des Films immer noch. 🙃

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  2. Ma-Go sagt:

    „Das ganze Gehirn weggelutscht.“

    Oh Mann, den Film habe ich im Teenie-Alter mit einem Freund mit Sicherheit 15-20 mal gesehen. Erst später habe ich dann bemerkt, dass es sich dabei um einen Kultfilm handelt. Und noch später habe ich dann verstanden warum 😉

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  3. Also ich habe den ja erstmal vor ein paar Wochen gesehen und wusste bereits um die Missverständlichkeit der satirischen Elemente. Allerdings fand ich das derart überzogen, das ich mich ehrlich gewundert hab, wieso das irgendjemand fehlinterpretieren konnte ^^

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    1. DerStigler sagt:

      Mir ist es auch schleierhaft, wie man die Satire falsch verstehen kann aber wer weiß wie aufmerksam der Film von der Bundesprüfstelle gesehen wurde. 😂

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