BlacKkKlansman | Review

In meiner Rezension zu „Mein Name ist Somebody“ habe ich erwähnt, dass dieses Jahr bereits intensivere Dramen erschienen sind. BlacKkKlansman, basierend auf wahren Begebenheiten, fällt genau in diese Gruppe!

Kernfakten zum Film

Titel: BlacKkKlansman

Originaltitel: BlacKkKlansman

Regie: Spike Lee

Laufzeit: 136 Minuten

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Drama


Der Film spielt zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung im Amerika der 1970er Jahre. Ron Stallworth wird, bedingt durch ein Zeitungsinserat, das erste afroamerikanische Mitglied der Polizei von Colorado Springs. Gelangweilt von seiner Tätigkeit im Archiv, die übliche Arbeit für Neulinge und konfrontiert mit dem permanenten Rassismus seiner Kollegen erbittet Stallworth um eine Versetzung in die verdeckte Ermittlung, die er auch bekommt.

Sein erster Einsatz führt ihn zu einer Rede des ehemaligen Black Panther Mitglieds Kwame Ture. Die Aufgabe ist simpel. Ron soll herausfinden, ob die Zuhörer, Mitglieder der afroamerikanischen Gemeinde, durch Ture‘s Rede aufgehetzt werden. Nach diesem Auftrag bewirbt sich Ron per Telefon beim örtlichen Büro des Ku-Klux-Klans, nachdem er ein Inserat jener Organisation in der Zeitung gelesen hat. Am Telefon gibt sich Rob als Rassist der übelsten Sorte aus und erhält schließlich die Möglichkeit zu einem Treffen.

Da ein Afroamerikaner beim Ku-Klux-Klan auffallen würde und definitiv kein gutes Leben hätte gibt sich Ron‘s Kollege, Detective Flip Zimmerman, als sein Double aus und geht verkabelt zum Treffen. So beginnt ein Katz und Maus Spiel, da Ron und Flip penibel darauf achten müssen nicht aufzufallen während sie diese kriminelle Organisation unterwandern.

BlacKkKlansman erzählt eine sehr spannende Geschichte, die zwar so manche Länge hat, aber allgemein sehr interessant ist. Es werden beide Seiten des Rassismus gezeigt mit Ron und Flip als neutrale Protagonisten in der Mitte. Interessant ist dabei die Prämisse, dass Ron Afroamerikaner ist und Flip ein Jude ist. Somit sind beide quasi „Todfeinde“ des Klans.

Interessant ist dabei die schonungslose Aufzeigung des Rassismus der damaligen Zeit und gegenseitiger Hass beider Volksgruppen (Afroamerikaner und Weiße) wobei beide aus unterschiedlichen Motiven handeln. Mit der Einbindung zweier neutraler Figuren wird die grundlegend ernste Atmosphäre etwas aufgelockert.


Neben der mehrschichtigen Handlung, die einiges an Subtext mitbringt, sind auch die Figuren sehr interessant, was einem starken Drehbuch und guten Schauspielern geschuldet ist!

Neben Ron Stallworth, dem groovigen Protagonisten und einer möglichst neutralen Einstellung gegenüber allen Parteien, ist Flip Zimmerman interessant, der sich als Ron‘s Double ausgibt, um im Klan Mitglied zu werden. Beide Figuren werden mit dem himmelschreienden Rassismus und Antisemitismus konfrontiert und Flip beginnt auch über seine Religion nachzudenken, die bisher nie ein großer Teil seines Lebens war.

Im Klan selbst herrschen unterschiedliche Strömungen vor, die zwar alle die Grundwerte vertreten aber diese unterschiedlich Radikal verkörpern. Hier sind besonders Walter, der aktuelle Chef der Zweigstelle und Felix interessant. Besonders letzterer macht einen wesentlich gefährlicheren und radikaleren Eindruck.

Man merkt also, dass neben der Handlung und dem Drehbuch die Schauspieler den Figuren die nötige Tiefe verleihen um glaubhaft zu wirken.


Alles in allem ist BlacKkKlansman ein stark inszeniertes Filmdrama, dass genau zur richtigen Zeit erschienen ist. Die Handlung ist komplex, vielschichtig aber auch gleichzeitig verständlich genug um nicht zu überfordern. Klare Schemen in der Dramaturgie sind erkennbar und die beiden Hauptfiguren, mit ihrer möglichst neutralen Position erlauben eine emotionale Bindung. Ich halte BlacKkKlansman aufgrund der behandelten Themen für einen der wichtigsten Filme des Jahres, da die dortigen Probleme auch in unserer Zeit aktuell sind. Aufgelockert wird der Film durch gezielt eingesetzten Humor, in Form einer gnadenlosen Überspitzung der behandelten Themen bevor der Ernst wieder einkehrt.

Ich vergebe für BlacKkKlansman die Sonderwertung absolut sehenswert!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Lufio sagt:

    Ganz so gut wie du fand ich den Film zwar nicht (gerade in Sachen Dramaturgie), aber allgemein gebe ich dir recht 🙂

    Gefällt 1 Person

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