Die Rückkehr des Horrors! | Resident Evil 2 (2019) Review | PS4

Capcom ist ja dafür bekannt die eigenen Marken, in Form von zahlreichen Ports, ausgiebig zu melken aber mit dem Resident Evil 2 Remake hat der Publisher/Entwickler erneut seine Qualität bewiesen!

Kurze Info: In dieser Rezension beziehe ich mich hauptsächlich auf den Strang mit Leon S. Kennedy.

Kernfakten zum Spiel

Name: Resident Evil 2

Entwickler: Capcom R&D Division 1

Publisher: Capcom

Plattform: PS4, Xbox One, PC

Release: 2019

Genre: Survival-Horror


Handlung: Stadt der Verdammnis

Claire Redfield, die Schwester des S.T.A.R.S. Mitglied Chris Redfield (einer der Protagonisten von Resident Evil 1), reist nach Racoon City um ihren Bruder zu finden. Zur gleichen Zeit macht sich der frisch gebackene Polizist Leon S. Kennedy auf den Weg nach Racoon City um dort seine Stelle als Polizist anzutreten. Beide wissen nicht, dass in der Stadt ein tödlicher Virus, genannt T-Virus, ausgebrochen und die Bewohner in menschenfressende Zombies verwandelt hat. Auf einer Tankstelle machen beide Figuren mit den Zombies Bekanntschaft und lernen dabei den jeweils anderen kennen. Um die Überlebenschancen zu erhöhen, schließen sich die beiden zusammen und fahren in die Stadt. Durch einen Unfall wird das Duo jedoch getrennt und jeder muss für sich selbst einen Weg durch diese Stadt der Toten finden. Dabei decken beide einen Zusammenhang zwischen dem Virusausbruch und dem Umbrella Konzern, der in der Stadt viel Macht hat, auf.

Das ist schnell klar. Beide müssen sich wieder finden, Leon will die Verantwortlichen des Ausbruchs festnehmen, Claire will Infos über ihren Bruder finden und am wichtigsten; beide müssen überleben.

Storytechnisch geht Resident Evil 2 vom reinen Horror weg und baut Elemente des Thrillers ein in Kombination mit kleinen Drama Elementen. Erzählerisch hat sich einiges getan und die Geschichte steht nun stärker im Fokus, als es noch im ersten Teil der Fall war.

Gameplay: Alte Tugenden und neue Stärken

Das Resident Evil 2 Remake streicht die Tanksteuerung des Originals, was gerade für jüngere Spieler eine Erleichterung ist, da der Spielfluss somit wesentlich flüssiger ist. Die Kameraperspektive wurde hinter der Schulter platziert, um die Shooter Elemente zu verfeinern und man kann sich (Gott sei Dank) während des Zielens bewegen. Dieses Feature ist Gold wert, da die Kämpfe wesentlich dynamischer sind als im Original und man nicht mehr so leicht in die Enge gedrängt werden kann.

Ebenfalls neu, im Vergleich zum Original, ist die Inventarführung, die am System von Resident Evil 7 angelehnt ist, wobei nur die Schnellauswahl eine Eigenheit der modernen Resident Evil Ableger ist. Inventarboxen und die Möglichkeit das Inventar zu vergrößern gab es bereits in anderen Teilen wie dem Remake des ersten Teils und im vierten Teil.

Neben einer Reihe von Verteidigungswaffen, zu denen auch die Kampfmesser, eine Waffe mit Tradition im Franchise, gehören steht Leon und Claire jeweils ein beeindruckendes Waffenarsenal zur Verfügung. Mit gefundenen Upgrades können bestimmte Waffen aufgewertet werden, um die Teile 4 & 5 zu ehren.

Die Dreifaltigkeit des Franchise, Rätsel, Kampf und Ressourcenmanagment wird erneut umgesetzt, wobei die beiden letztgenannten Aspekte klar überwiegen. Leider sind die Rätsel viel zu selten und die vorhandenen Knobeleien stellen auch niemanden vor eine wirkliche Herausforderung. Obwohl die Möglichkeit gegen jeden Zombie und Mutanten zu kämpfen besteht, ist es im Regelfall sinnvoller Kämpfe nach Möglichkeit zu meiden und besonders die Verteidigungsgegenstände zu sparen, da die Gegner, ganz in der Tradition der alten Ableger, einiges aushalten und die Ressourcen relativ knapp sind.

An dieser Stelle muss ich auch etwas Kritik anbringen, obwohl mir das Remake außerordentlich gut gefällt. Zum einen sind die Bosse teilweise etwas enttäuschend, besonders der Alligator in der Kanalisation und zum anderen wirkt die Kampagne von Claire Redfield äußerst abgehackt und wesentlich kürzer als die Leon Kampagne.

Zum Thema Ressourcenmanagment muss ich die Rückkehr der Kräuter loben. Es gibt grüne, rote und blaue Kräuter die kombiniert werden können, um den Spieler zu heilen, zu entgiften oder die Verteidigung zu stärken. Leider gibt es keine herrlich lächerliche Heilungsanimation wie in Resident Evil 7.

Grafik & Sound: Zwischen hoher Qualität und edlem Trash

Optisch weiß das Resident Evil 2 Remake definitiv zu überzeugen und besonders in puncto Atmosphäre legt das Spiel die Latte sehr hoch. Dank der starken Engine funktioniert das Spiel mit Licht und Schatten so hervorragend wie ich es seit Alien: Isolation nicht mehr erlebt habe. Die teils grotesken Gore/Splatter Elemente sehen ebenfalls „herrlich“ ekelhaft aus und bilden einen stimmigen Kontrast zur unheimlichen Atmosphäre. Besonderes Lob verdient die moderne Gestaltung der klassischen Monster wie Zombies oder Licker. Letztgenannte sind äußerst gruselig und strahlen eine besondere Wirkung in Kombination mit der dichten Atmosphäre aus.

Abseits der äußerst gelungenen Optik gefällt das Remake durch eine stimmige Neuauflage des Soundtracks und einer wertigen englischen Synchronisation. Die deutsche Sprachausgabe ist kein totaler Reinfall und glänzt durch einen trashigen Hauch, was schon wieder einen gewissen Charme versprüht.

Fazit

Alles in allem ist Resident Evil 2 ein vorbildliches Remake, dass die Stärken des Originals beibehält, neue Elemente hinzufügt und das Spiel wertig in Szene setzt. Neben einer relativ kurzen Kampagne mit zwei Szenarien bietet Resident Evil einiges an Mehrwert wie freischaltbare Waffen, Kostüme und Dokumente um die Spielwelt zu vertiefen. Erzählerisch wie spielerisch wie optisch und akustisch wurde das Spiel den aktuellen Standards angepasst um Veteranen und Neueinsteiger gleichermaßen anzusprechen. Ich kann Resident Evil 2 auf jeden Fall weiterempfehlen und egal ob man ein Veteran des Franchise ist oder ein Neueinsteiger man sollte sich das Spiel zu Gemüte führen.

Von mir bekommt das Resident Evil 2 Remake die Wertung besonders spielenswert!

Das wars von meiner Seite und wir lesen uns im nächsten Beitrag!

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hey!
    Ein Kumpel von mir spielt RE2 aktuell zum 2. Mal und ich gucke zwischendurch mal zu über den Stream. Das macht auf jeden Fall Spaß, ich weiß allerdings nicht, ob ich es selber spielen würde. Ich kann aber verstehen, dass da einige von begeistert und auch schon jahrelang Fan sind, sich jeden neuen Teil bzw. Remake zulegen etc. Die Reihe hat schon ihren Reiz.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Gefällt 1 Person

    1. DerStigler sagt:

      Hallo! 🙂

      Ja Resident Evil hat einen gewissen Reiz und schwankt qualitativ zwischen Trash & genialem Horror. Man merkt, dass diese Reihe bereits ein gewisses Alter hat und sich in unterschiedlichen Ausrichtungen des Horrors bewegt. 😁
      Zum Glück kann auf PC, PS4 & Xbox One sehr viele Ableger spielen. 😊

      Liebe Grüße,
      Patrick

      Liken

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