Game of Thrones Staffel 8: Die ersten 5 Episoden | Gastbeitrag

Danke an meine Schwester Nicole von kreuzweise.blog f√ľr diesen tollen Gastbeitrag! ūüėćūüėä


Was haben wir gewartet!

Nach zwei langen Jahren kam endlich die Erl√∂sung. Die finale Staffel von Game of Thrones ging am 14. April, zumindest f√ľr Amazon Prime Kunden, on air.

Das Ende von Staffel 7 lie√ü reichlich Platz f√ľr Spekulationen offen und so habe ich dieses Datum beinahe herbeigesehnt! Vorsicht! Ab hier wird gespoilert was das Zeug h√§lt.

Folge 1: Winterfell

Im Grunde passiert nicht viel.

Die Toten haben die Mauer durchbrochen und ziehen gegen Winterfell. Ebendort trifft K√∂nigin Daenerys Armee ein und st√∂√üt nicht grade auf Wohlwollen seitens der Nordm√§nner. Die Stark-Kinder erfreuen sicher einer Familienvereinigung. Cersei, welch √úberraschung, l√ľgt. Euron Graufreud spielt ein Machtspielchen, Yara Graufreud wird errettet und verschwindet in Richtung Eiseninseln. Theon Graufreud findet seine Eier!

Nebstbei wird Drachenglas geschmiedet, um sich auf die lange Nacht vorzubereiten.

Arya trifft auf ihren ehemaligen Erzfeind Sandor Clegane und schäkert mit Robert Baratheons Bastard Gendry.

Die Verb√ľndeten des Nordens fallen um wie die Dominosteine ob der Tatsache, dass ihr K√∂nig nicht so gern K√∂nig sein will, sondern einer Targaryen folgt.

Samwell Tarly erf√§hrt, dass Daenerys seine Familie dahingerafft hat, daf√ľr erz√§hlt er Jon Schnee von dessen wahrer Herkunft und versucht ihn zu √ľberzeugen von seinem Thronrecht Gebrauch zu machen. Jon ist semibegeistert.

Jaime Lannister trifft in Winterfell ein und trifft auf Bran Stark.

 

Folge 2: Ein Ritter der sieben Königslande

 

Jaime ist also in Winterfell angelangt und wird gleich mal von Daenerys ausgeschimpft, weil K√∂nigsm√∂rder. Sansa ist auch nicht grade angetan ob seiner Anwesenheit aber Brienne von Tarth, die k√ľhle Blonde, verb√ľrgt sich f√ľr ihn und Sansa erlaubt ihm zu bleiben. Was widerum Daenerys nicht schmeckt, immerhin ist sie die K√∂nigin und Lady Stark hat ihre Autorit√§t untergraben. Der Beginn eines verzichtbaren Zickenkriegs. Theon taucht auf und will mitspielen.

Derweilen gehen die Vorbereitungen zum Tag X munter weiter. Winterfell macht sich fit! Pl√§ne werden geschmiedet wie man den √ľberm√§chtigen Nachtk√∂nig austricksen k√∂nnte. Aber im Grunde ist man sich einig, dass die Aussichten eher bescheiden sind. Jon ist unsicher ob er Daenerys verraten soll, dass er eigentlich ihr Neffe ist. Ansonsten wird in dieser Folge viel in Erinnerungen geschwelgt, getrunken und weiter geschwelgt. Lady Brienne wird noch schnell zum Ritter geschlagen. Sie freut sich! Arya h√§lt es f√ľr den richtigen Zeitpunkt ihre Unschuld zu verlieren, warum ausgerechnet an Gendry wei√ü man nicht, aber bitte. Jon offenbart seine wahre Herkunft dann doch noch und stellt damit die Thronfolge infrage. Just in diesem Moment treten die Toten auf den Plan und die l√§ngste Nacht beginnt.

 

Folge 3: Die lange Nacht

 

Zur Halbzeit der Staffel kommt es also schon zur ersten, großen Schlacht. Diese so wichtige Folge ist leider sehr schnell zusammengefasst.

Es ist finster und die Menschen gewinnen. Was w√ľrde man sonst auch mit den restlichen drei Folgen anfangen. Die rote Frau taucht wieder auf und zaubert etwas Feuer herbei, was die Szene grunds√§tzlich erhellt aber die Folge trotzdem nicht rettet. Als eingeschworener GoT Fan hatte man in den Kampf der Lebenden gegen die Toten gro√üe Erwartungen gesetzt. Diese werden leider nicht erf√ľllt. Ja nat√ľrlich, ein Riesengemetzel, viel Feuer, viel Blut aber ehrlich, ich hatte mir mehr erwartet. Am Ende wird der Nachtk√∂nig, fast am Ziel seiner Tr√§ume angelangt, von Arya Stark eher nebenbei gemeuchelt und das wars! Der √ľberm√§chtige Feind ist besiegt. Nicht ohne Opfer auf der Menschenseite. Aber alles in allem: au√üer Spesen nix gewesen.

 

Folge 4: Die letzten der Starks

 

Die gute Nachricht ist, es ist wieder hell. In Winterfell verabschiedet man mit gro√üem Aufwand die Gefallenen. Komischerweise hat man das Gef√ľhl, die Schlacht w√§re von den Machern in erster Linie dazu genutzt worden, sich von ein paar Charakteren zu verabschieden.

Die siegreiche Königin Daenerys nutzt das gemeinsame Abendessen dazu, aus dem Bastard Gendry schnell mal einen Lord zu machen, was ihr höchstwahrscheinlich seine ewige Verbundenheit sichert. Schlaues Mädchen. Gendry nutzt seinerseits seinen Lauf und bittet Arya um ihre Hand, aber die möchte sie lieber behalten. Es wird gefeiert und wieder getrunken, Brienne landet nach einem Trinkspiel mit Jaime in den Federn. Daenerys ist sich ihrer Stellung unsicher und wittert an jeder Ecke Verrat und Missgunst. Der bisher eher sympathische Charakter der Sprengerin der Ketten wirkt zunehmend wirr.

Tags darauf gibts erst mal Lagebesprechnung und da kommen schon die ersten Unstimmigkeiten ob der weiteren Vorgehensweise. Die Toten sind geschlagen, jetzt gehts den Lebenden, allen voran Cersei, an den Kragen. Daenerys will lieber gleich, Sansa ist dagegen, Jon in der Zwickm√ľhle. Aber die K√∂nigin setzt ihren Willen durch und l√§sst den kl√§glichen Rest ihrer Armee gegen K√∂nigsmund ziehen. Der Starksche Familienrat tagt, die Schwestern √§u√üern ihre Bedenken was den Schlachtplan betrifft woraufhin Jon seine Herkunft offenbart und seinen Schwestern, oder eigentlich seinen Cousinen, das Versprechen der Geheimhaltung abnimmt. Sansa plaudert es aber quasi sofort aus.

Das freie Volk verabschiedet sich unter der F√ľhrung von Tormund wieder gen Norden, Jon gibt ihm vorsichtshalber gleich mal seinen hei√ügeliebten, treuen Wolf mit. Warum? Man wei√ü es nicht. Es ist √ľberhaupt die Folge der Abschiede, die aber alle sehr schnell und beinah emotionslos abgehandelt werden. Wieder hat man das Gef√ľhl, die Macher w√ľrden versuchen m√∂glichst schnell ein paar Leute loszuwerden. Sehr schade.

Die Unbefleckten segeln nach Sturmkap, also halt heim. Daenerys reitet mit ihren Drachen mit. Dort wartet dummerweise die Eiserne Flotte. Blöde Geschichte aber irgendwie halt schon vorhersehbar. Euron schießt einen von Daenerys geliebten Drachen vom Himmel, zieht sich damit den uneingeschränkten Zorn der Königin zu und lässt auch sonst kein gutes Haar an der ohnehin schon geschwächten Truppe. Missandei wird gefangen genommen und nach Königsmund gebracht.

Euron gibt mit seinem Erfolg an, Cersei jubelt ihm Jaimes Kind unter. Daenerys ist richtig, richtig sauer und hat den fixen Plan Königsmund in Schutt und Asche zu legen. Immer wieder wird besprochen wer denn nun eher als Thronfolger geeignet wäre, Jon oder Daenerys. Ganz nebenbei zeigt Dany immer öfter eindeutig wahnsinnige Tendenzen. Manches liegt einem halt einfach im Blut, da kann man nix machen!

Jaime reitet nach K√∂nigsmund, Brienne ist dar√ľber betr√ľbt. Cersei ist sehr siegessicher. Kapitulationsverhandlungen scheitern und Missandei verliert den Kopf. Dany ist richtig, richtig, richtig sauer.

 

Folge 5: Die Glocken

 

K√∂nigin Daenerys hat sich nach Sturmkap zur√ľckgezogen und trauert. Lord Varys kanns nicht lassen und will Jons wahre Herkunft ausplaudern. Tyrion bemerkts und verpetzt ihn, was Varys das Leben kostet. Zack! Wieder einer weniger. Jon ist indessen recht stur und beharrt darauf, kein Interesse am Eisernen Thron zu haben. Dany f√ľhlt sich verraten und betrogen. Eigentlich von allen. Jon weist sie dann auch noch zur√ľck und das Unheil nimmt seinen Lauf. Tyrion bittet f√ľr die Einwohner von K√∂nigsmund um Gnade doch Daenerys scheint entschlossen, keine Gnade walten zu lassen. Man erkennt eine gewisse Verbitterung. Jaime wird auf dem Weg nach K√∂nigsmund von Danys Truppen gefasst und in Gewahrsam genommen.

Die Armee sammelt sich vor den Toren von K√∂nigsmund und der Angriff steht kurz bevor. Des n√§chtens machen sich Sandor Clegane und Arya Stark auf den Weg in die Stadt, um ihre pers√∂nlichen Rachefeldz√ľge zu einem Ende zu bringen. Tyrion befreit seinen Bruder und der macht sich auf den Weg seine Schwester aus der Stadt zu holen.

Tja und dann fallt den K√∂nigsmundern eigentlich eh ziemlich gleich der Himmel auf den Kopf. Ein Drache, ist ein Drache, ist ein Drache. Zuerst nimmt sich Daenerys die Eiserne Flotte vor und vernichtet sie bis auf das letzte Beiboot. Die Vernichtung der Gesch√ľtze auf der Stadtmauer steht als n√§chste an und da wird gleich mal alles und jeder angez√ľndet der zuf√§llig im Weg ist. Cersei beobachtet das Spektakel von ihrem scheinbar sicheren Roten Bergfried aus und will der Tatsache, dass die Stadt und sie selbst verloren sind, nicht ins Auge sehen. Gerade als man denkt, das Gemetzel hat ein Ende, weil die Stadt sich ergibt und die Glocken gel√§utet werden, √ľberkommt Daenerys Targaryen die blinde Wut und Verzweiflung und entl√§dt sich mit dem Feuer ihres letzten Drachens.

Jaime trifft bei seinem Vesuch in den Roten Bergfried zu kommen auf Euron, man gerät sich in die Haare und einer stirbt.

Cersei muss sich eingestehen, dass der Rote Bergfried nicht mehr sicher ist und flieht mit ihrer Hand Qyburn und dem Berg, Gregor Clegane. Sandor Clegane und Arya sind indes schon recht weit in den Bergfried vorgedrungen, alles br√∂ckelt und droht einzubrechen aufgrund der permanenten Befeuerung mit Drachenfeuer. Der Bluthund schickt Arya weg und tritt seinem Bruder gegen√ľber. Der ewige Bruderzwist findet sein Ende in den Flammen des Bergfrieds und so ist wieder ein Erststaffelcharakter weg. Jaime findet Cersei und versucht ihrer beider Leben, und das ihres gemeinsamen ungeborenen Kindes, zu retten. Der Weg zum rettenden Boot ist aber versch√ľttet und so finden die Zwillinge ein gemeinsames Ende als der Rest des Gew√∂lbes auch noch einst√ľrzt. Zumindest vermute ich das mal so. Also nochmal zwei Hauptcharaktere und die wichtigste Widersacherin von Dany aus dem Drehbuch geschrieben.

Arya will aus der Stadt fl√ľchten, was sich durch die andauernden Angriffe des Drachens aber als schwierig herausstellt. Am Ende √ľberlebt sie dennoch, freundet sich mit einem Pferd an und reitet in den Sonnenuntergang.

 

Fazit

Nach f√ľnf der veranschlagten sechs Folgen der finalen Staffel, fragt man sich schon was nun noch kommt. Die Macher der Serie haben es innerhalb von ein paar Folgen geschafft den Mythos an die Wand zu fahren. Zu viele der zuerst liebevoll √ľber viele Staffeln aufgebauten Charaktere werden in Windeseile aus der Geschichte geschrieben, oft ohne Sinn oder erkennbaren Grund. Die Handlung verliert sich in un√ľberschaubaren Massakern.

Was bleibt nun noch?

K√∂nigsmund ist zerst√∂rt. Das Haus Stark ist noch ganz gut aufgestellt. Sansa und Bran weilen im sicheren Norden, Arya und Jon konnten aus K√∂nigsmund fliehen. Welchem Haus man Jon nun zuschreiben kann ist ungewiss.  Ich nehme aber an, dass er die Loyalit√§t zu seiner Tante nach deren wahnsinnigem Vorgehen √ľberdenkt. Tyrion ist der letzte Lennister und scheint recht ungl√ľcklich mit seiner Position als Hand von K√∂nigin Daenerys, deren einziger Trumpf ihr verbliebener Drache ist.

Wie kann es weitergehen?

Ja das ist die gro√üe Frage. Fraglich ist aber auch ob das noch irgendwen interessiert! Wer letztendlich auf dem Eisenen Thron sitzt, der √ľbrigens zumindest versch√ľttet, wenn nicht gar zerst√∂rt ist, verliert nach den f√ľnf Folgen an Bedeutung. Wird Jon √ľber seinen Schatten springen? Dann m√ľsste er aber noch seine Tante samt ihrem Drachen um die Ecke bringen. Oder triumphiert Daenerys Targaryen in ihrem Wahnsinn und macht ihrem Namen alle Ehre als neue irre K√∂nigin? Der Norden steht hinter Jon, das ist klar. Welche Verb√ľndeten Dany nach dem Gemetzel in K√∂nigsmund die Treue halten, bleibt abzuwarten. Welches Schicksal die sieben K√∂nigslande auch erwartet, es ist schon gut, dass es nach dieser Staffel ein Ende hat. Zumindest das, haben die Macher der Serie fabelhaft hinbekommen.

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