The Elder Scrolls | Gedankenspiel

Ein Franchise zu dem ich mich überraschenderweise noch nie geäußert habe, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, ist The Elder Scrolls von Bethesda Game Studios/Zenimax Online Studios. Dieser Umstand überrascht mich selbst, da mich diese Reihe seit vielen Jahren begleitet und mich die Serie bisher hunderte Stunden unterhalten hat und sicherlich unterhalten wird.

Heute möchte ich meine allgemeinen Gedanken mit euch teilen und ein kleines Ranking erstellen über die drei The Elder Scrolls (kurz TES) Spiele die ich intensiv gespielt. Etwas Ähnliches habe ich übrigens auch mit Fallout und Wolfenstein vor, wobei ich da Ideen für mehrere Beiträge habe. Zurück zu den alten Schriftrollen.

Anm.: Auf die DLC-Politik werde ich ganz zum Schluss zu sprechen kommen!


Ich glaube ein guter Anfang ist, das Klären der Frage wie ich zu dieser Spielereihe gekommen. Vor vielen Jahren, zu Zeiten der PS2 Ära, habe ich auch auf dem Nintendo Game Cube und der ersten Xbox gezockt. Mit Mircosofts erster Konsole verbinde ich einige tolle Erinnerungen wie Jade Empire, Dead or Alive 3, Thief: Deadly Shadows, Halo 1, Halo 2 und eben The Elder Scrolls 3: Morrorwind. Das waren Spiele die es in dieser Form kaum oder gar nicht auf der Playstation 2 oder dem Game Cube gab.

Mein Bruder hat Morrowind ebenso leidenschaftlich gespielt wie ich und so bin ich auch an dieses Franchise gekommen. Danke dafür!


Bevor ich zu Morrowind komme, noch mein persönliches Top 3 Ranking der The Elder Scrolls Spiele, die dann auch in dieser Reihenfolge besprochen werden:

  • The Elder Scrolls III: Morrorwind
  • The Elder Scrolls V: Skyrim
  • The Elder Scrolls IV: Oblivion

The Elder Scrolls III: Morrowind

Als ich das erste Mal Morrowind gespielt habe war ich komplett überfordert, weil mir die Freiheit, die diese Welt bot, völlig neu war. Okay etwas Ähnliches kannte ich von Gothic, aber in Morrowind steht einem, nach der Erstellung des Charakters, die ganze Welt offen und man kann gehen, wohin man möchte. Es gibt zwar eine Hauptquest aber den Weg nach Balmorra, um sich dort auch den Gilden anzuschließen, kann man jederzeit einschlagen. Ich liebe diese Möglichkeit der wahren Freiheit und genauso schnell kann das Abenteuer enden, denn der Schwierigkeitsgrad kann je nach Spielweise extrem hoch oder sehr niedrig sein. Ohne trainierte Fertigkeiten bringen einem die mächtigsten Waffen oder Zauber nichts, daher muss man kleine Brötchen backen und kann nicht sofort alles machen, jede Quest absolvieren oder Meister aller Gilden werden.

Die Gilden sind auch ein interessanter Punkt an Morrorwind. Es gibt neben den klassischen Gilden (Krieger, Magier, Diebe) drei Fürstenhäuser, die kaiserliche Legion, einige klerikale Organisation und eine Assassinengilde mit der man noch tiefer in die Welt von Morrowind eintauchen kann. Man kann aber nicht ohne weiteres allen Gilden angehören, da sich beispielsweise die Krieger- und Diebesgilde bekämpfen. Ist man Mitglied beider Gilden, kann man irgendwann keine Karriere mehr in den Fraktionen machen, da das Vertrauen fehlt.

Ebenso kann man außerhalb der Hauptquest nur einem Fürstenhaus angehören.

Dazu kommen diverse Quests, die einem komplett in Ungewisse schubsen und eine Selbsterarbeitung des Fortschritts fordern. So gibt es keine Questmarker, was im Klartext bedeutet dass der Spieler die Welt richtig absuchen muss um sein Ziel zu finden. Es ist ungemein belohnend, wenn man die Welt auf diese weise entdecken muss ohne das der Questmarker das Erforschen obsolet macht. Weiters hat man die Möglichkeit sich selbst das Spiel auf normalem Weg zu zerstören, indem man wichtige Figuren kurzerhand tötet und das Spiel quasi nicht mehr beenden kann. Zumindest nicht mehr einfach so.

Die Spielfigur wird stärker, wenn die entsprechenden Skills trainiert werden. Wenn ein Hauptskill um eine Stufe aufsteigt wird, rückt man einem Level up näher, was die Grundattribute verbessert.

Auch wenn manche Mechaniken von Morrorwind aus heutiger Sicht arg sperrig wirken und das Spiel nur bedingt einsteigerfreundlich ist, umso intensiver ist die Spielerfahrung und das freie Erkunden der Spielwelt mit simplen Hinweisen und ohne Questmarker. Ich bin froh diesem Spiel so viele Dutzend oder gar hundert Stunden geopfert zu haben.


The Elder Scrolls V: Skyrim

Kommen wir zum wahrscheinlich populärsten Bethesda aller Zeiten. The Elder Scrolls V: Skyrim erschien im fernen Jahr 2011, wurde aber in den letzten 8 Jahren mehrmals portiert und sogar als VR Spiel umgesetzt. Trotz diverser kleinerer Schwächen muss ich gleich eines klarstellen, Skyrim ist ein hervorragendes Spiel und steht Morrowind höchstens in den Bereichen Schwierigkeitsgrad und teilweise Spielmechaniken nach. Dafür überzeugt das Spiel auf ganzer Linie ist das bisher am besten gealterte TES Spiel. Morrorwind merkt man einfach das Alter an und zu Oblivion komme ich später im Text.

Was kann Skyrim, also gut? Nun die Spielwelt ist hervorragend gestaltet und steckt voller Quests, Abenteier sowie Orte zum Erkunden. Leider wiederholen sich die Quests der Kategorie „Sonstiges“ sehr schnell oder gleich komplett irrelevant. Dafür gibt es viele großartige Geschichten, beispielsweise die Daedra-Missionen oder diverse größere Schatzsuchen. Die Fraktionen, denen man sich anschließen kann fehlt leider fast völlig eine interessante Geschichte oder eine wirkliche Langzeitmotivation beziehungsweise Glaubhaftigkeit. Ein Beispiel ist der Bürgerkrieg in Himmelsrand, von dem man eigentlich nichts mitkriegt, sofern man keine Missionen für eine der beiden Seiten erfüllt. Hier wären Ereignisse interessant, die zeitgebunden sind und auch ohne den Einfluss des Spielers geschehen können. Im Spiel gibt es auch einen internen Kalender, womit dieser Umstand durchaus möglich wäre.

Gleiches gilt auch für die „Magiergilde“ die quasi geächtet ist, da die Nord der Magie misstrauen. Wie cool wäre es, wenn man tatsächlich einen schlechten oder schlechtere Ruf bekommt, falls man als Magier durch Himmelsrand gurkt.

Lobend muss ich die Dunkle Bruderschaft erwähnen, deren Handlung/Missionsstrang tatsächlich eine gewisse Epik aufweist mit einem politischen Masterplan und sogar einem internen Machtkampf. Allerdings ist die Dunkle Bruderschaft auch die einzige Gilde/Fraktion mit einer wirklich spannenden Storyline, da der Rest eher bemüht bis austauschbar ist trotz vieler interessanter Ansätze.

Sowohl lobend als auch kritisch stehe ich dem Gameplay gegenüber, dass gerade bei der Charaktererstellung viel Tiefgang bietet und man spürbar ein mächtiger Held wird. Bestes Beispiel sind die Waffenskills. Je nach Kampfweise und bevorzugter Waffe kann diverse Fähigkeiten oder Boosts freischalten, die den Kampf mit beispielsweise zwei Schwertern verbessern oder den Schaden schrittweise erhöhen. Gleiches gilt für die Fähigkeiten „Schmieden“. Je weiter der Skill trainiert wird, umso hochwertigere Materialien kann man verarbeiten.

Dem Gegenüber stehen Aktivitäten wie kochen, Holz hacken oder schlafen, was effektiv keinen Nutzen bringt da der Spieler nicht schlafen oder essen muss und auch nicht frieren kann. Ich erwarte mir keine knallharte oder realistische Simulation einer Fantasywelt aber diese Aspekte hätten den Schwierigkeitsgrad angenehm erhöht und auch der Fähigkeit Alchemie mehr Relevanz verschafft. Natürlich kann ich verstehen, dass das Spiel auch massentauglich sein soll und auch unerfahrene Spieler beziehungsweise Spieler die mit hohen Schwierigkeitsgraden oder Ressourcenmanagment nicht klar kommen in Skyrim reinfinden sollen.

Ich klammere übrigens bewusst die Möglichkeit aus den Schwierigkeitsgrad mittels Regler erhöhen oder senken zu können. Alles in allem ist Skyrim das Magnum Opus von Bethesda, zumindest im Bereich der Rollenspiele da das Spiel trotz diverser Makel ebenso wie Morrorwind ein hervorragendes Spiel ist!


The Elder Scrolls IV: Oblivion

Achja Oblivion. Eigentlich mag ich dieses Spiel sehr gern, aber es ist jener Teil der The Elder Scrolls Serie, der meiner Meinung nach am schlechtesten gealtert ist und das liegt in erster Linie an der effektüberladenen Grafik, die viele Figuren beinah leuchten lässt und inzwischen nicht mehr so beeindruckend wirkt wie zum Erscheinungszeitpunkt des Spiels. Was witzig ist, denn damals hat die Grafik von Oblivion quasi jeden umgehauen, der zum ersten mal die Welt von Cyrodil betreten hat.

Die Probleme von Oblivion sind allerdings nicht grafischer, sondern technischer und spielerischer Natur. Ein altbekanntes Problem ist die miserable Übersetzung, die viele Missionen und Aspekte des Spiels verwirrend gestalten kann. Besonders wenn Items mit dermaßen kruden Abkürzungen betitelt sind, dass man nicht weiß man da grad im Inventar hat. Manchmal fehlen auch komplett Deutsche Texte und Missionen müssen plötzlich in Englisch absolviert werden, was die Sprachbarriere ins Spiel bringt.

Was Oblivion aber wirklich versäumt ist eine spannende Hauptmission und ein Anspruch an die Gilden. Als Beispiel die Magiergilde. Musste man in Morrorwind für eine Beförderung eine gewisse Anzahl an Missionen erfüllen und gewisse Fähigkeiten mit sich bringen (diverse arkane Schulen auf einem bestimmten Wert), so kann in Oblivion in jeweils ein bis zwei Stunden alle Gilden abschließen, ohne irgendwas besonderes zu können. Wenn man als Krieger ohne viele Zauber zum Erzmagier aufsteigen kann, lief irgendwas gewaltig falsch …

Im krassen Gegensatz zur platten Magier-, Krieger- und Arenagilde stehen die Diebesgilde und die Dunkle Bruderschaft. Während erstere versucht eine epische Handlung zu erzählen und tatsächlich Diebeshandwerk erfordert, bietet die Dunkle Bruderschaft viele unterschiedliche Missionen, mit Bonuszielen, was das Spielgeschehen angenehm auflockert.

Alles in allem ist Oblivion optisch ein gigantischer Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger Morrorwind aber ein ebenso großer Rückschritt was die Spielerfahrung geht. Skyrim geht den gesunden Mittelweg aus beiden Spielen.

Oblivion ist für mich das Rollenspiel, dass ich nur mehr mit Mods spielen kann um die Spielerfahrung zu intensivieren!


Bevor ich zum Schlusswort komme noch ein paar Worte zu den Erweiterungen der drei großen The Elder Scrolls Spiele. Bis auf die seltsamen Mini-DLC’s (Skandal Pferdedecke für 1€) sind die Erweiterungen für die drei Hauptspiele durch die Bank weg sehr unterhaltsamen und versuchen vom Hauptspiel abzuweichen und andere Geschichten zu erzählen beziehungsweise Neuerungen im Gameplay einzuführen. Auch wenn ich kein Fan von DLC’s bin, muss ich Bethesda für die hochwertigen Erweiterungen loben!


Auch wenn ich an The Elder Scrolls viel auszusetzen habe, ändert dies nichts an meiner Liebe für dieses Franchise. Die drei genannten Spiele haben einen festen Platz in meinem Spielerherzen und werden den auf ewig haben. Ich will nicht wissen wie viel Lebenszeit ich für Morrowind, Oblivion und Skyrim aufgebracht habe aber es war jede Sekunde wert. Fan sein bedeutet für mich nicht nur alles loben, sondern auch Kritik anbringen, wenn sie gerechtfertigt ist!

Das wars von soweit von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

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