Final Fantasy 8 Remastered Review | Teil A: Handlung und Charaktere

25 Stunden habe ich für meinen aktuellen Final Fantasy 8 Durchlauf gebraucht und wie man dem Ersteindrucksbeitrag zum Remastered entnehmen konnte hatte ich auch recht viel Spaß mit dem Spiel. Da Final Fantasy 8 Remastered ein sehr umfangreiches Spiel ist, werde ich die Rezension in drei Teile splitten, um auch wirklich umfassend über dieses außergewöhnliche Spiel schreiben zu können. In diesem Teil A geht es mir rein um die Handlung und die Charaktere wobei ich größere Spoiler weitestgehend vermeiden möchte aber trotzdem ein paar Details verraten muss, daher seit ihr hier gewarnt.

Protagonist ist der siebzehnjährige Squall Leonheart, seines Zeichens Kadett der Militärakademie Balamb Garden die SEEDS, eine elitäre Söldnereinheit, ausbildet. Um an der Abschlussprüfung teilzunehmen, muss Squall die G.F. Ifrit in der Feuergrotte erwerben. G.F. sind beschwörbare Monster, die sich mit den Menschen verbinden können, um besondere Fähigkeiten zu gewähren oder im Kampf zu helfen, aber dazu mehr im Abschnitt Gameplay. Nachdem diese erste Prüfung geschafft ist, wird Squall zur Abschlussprüfung zugelassen, an der unter anderem seine Mitschüler Xell, Selphie und Cipher teilnehmen. Letzter ist auch der große Rivale von Squall. Die Prüfung besteht darin die Stadt Dollet vor der Eroberung durch galbadianische Truppen zu schützen. Das Hauptziel Galbadias ist die Aktivierung des Sendeturms, was schließlich auch erreicht wird.

Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung geht es für Squall, Selphie und Xell auf zur ersten richtigen Mission. Das Trio soll der Widerstandsgruppe „Die Waldeuelen“ dabei helfen den Staat Timber von der militanten Diktatur Galbadias zu befreien. Zu diesem Zweck soll der Präsident entführt werden, was jedoch misslingt. Im Zuge, dessen taucht das SEED Team in Timber, zusammen mit der Rebellin Rinoa unter, und plant den nächsten Schritt. An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich Rinoa zu diesem Zeitpunkt der Handlung nicht wirklich leiden kann/konnte. Sie war mir zu zickig und wirkte auch zu kindlich, wenn man ihr Ziel bedenkt. Das nächste Ziel der Waldeulen ist die Ausrufung der Unabhängigkeitserklärung Timbers während einer Übertragung durch Galbadia, die dies mit dem Fernsehturm aus Dollet, auf der ganzen Welt senden möchten. Auch dieser Plan scheitert grandios da Quistis, ein SEED und Squalls Ausbildnerin, zusammen mit Cipher den Sender stürmen. Dabei trifft die Truppe zum ersten Mal auf die mysteriöse Edea, eine Hexe, welche Quistis gleichmal verhext und Cipher verschleppt.

Aus einem Quartett wird ein Quintett und die nunmehr fünfköpfige Truppe macht sich auf den Weg zum Galbadia Garden, um dort Hilfe zu finden. Zusammen mit dem Leiter des Gardens wird ein Plan zur Ermordung der Hexe geschmiedet. Unterstützung erhält das Team vom Scharfschütze Irvine. In Deling City, der Hauptstadt Galbadias, angekommen trifft die Gruppe auf Oberst Carway, der sie in die Details des Plans einführt. Der Oberst stellt sich als Rinoas Vater heraus und will sie vom Attentat fernhalten, was jedoch misslingt. Trotz hervorragender Planung geht das Attentat schief und Squall wird nach einem Duell mit Cipher und Edea von letztgenannter schwer verletzt. Das Team landet in einem Gefängnis, kann sich aber einen Weg in die Freiheit kämpfen und teilt sich in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe soll einen geplanten Raketenangriff auf den Balamb Garden verhindern und das andere Team soll zum Garden zurückkehren. Zahlreiche Kämpfe später ist der Balamb Garden gerettet und die richtige Story geht erst los.

Squall und seine Gruppe müssen gegen die Hexe Artemesia kämpfen, die in der Zukunft lebt und regelmäßig in andere Hexen eindringt, um deren Körper/Kräfte zu kontrollieren. Ihr Ziel ist eine Zeitkompremierung, um eine Welt ohne Zeit zu erschaffen, in der nur sie als gottgleiches Wesen existieren kann. Somit beginnt eine Quest zur Rettung der Welt, der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft …

Die Handlung von Final Fantasy 8 Remastered ist eine der ungewöhnlichsten, die ich jemals in einem Ableger der Reihe erleben durfte. In keinem anderen Teil des Franchise werden Fantasy, Drama, Science-Fiction und Military-Science-Fiction Elemente kombiniert, was zu einer ungewöhnlich spannenden aber ebenso oftmals eigenwilligen Geschichte führt. Mit eigenwillig meine ich gewisse Nebenstränge, die doch arg plakativ wirken. So haben alle Hauptfiguren, außer Rinoa, eine gemeinsame Kindheit miteinander verbracht, können sich jedoch aufgrund von Amnesie, bedingt durch die G.F., nicht mehr daran erinnern.

Einen gewichtigen Teil in der Handlung nimmt die Beziehung zwischen Squall und Rinoa ein, die durchaus glaubhaft ist, aber lange braucht, um in Fahrt zu kommen. Gerade zu Beginn zicken sich die beiden Figuren mehr an, als sie normal miteinander sprechen und Squall erlebt auch erst relativ spät einen plötzlichen Sinneswandel, dass man doch nicht alles alleine machen muss und es wichtig ist sich auf andere zu verlassen, selbst wenn die Gefahr besteht verletzt zu werden.

Diese beiden Figuren bleiben auch die einzigen, die eine wirklich tiefere Entwicklung erfahren. Der Rest der Gruppe wird nur in Nuancen weiterentwickelt, was zwar schade, aber durchaus verschmerzbar ist.

Über was ich noch gar nicht geschrieben habe sind die Laguna Träume. Von diesen gibt es insgesamt 5 Stück und sie in der Vergangenheit angesiedelt. Dabei verfolgt man verschiedene Abenteuer des Soldaten Laguna Loire sowie seinen Waffenbrüdern Kiros und Ward. Die Abenteuer der drei fließen nur sekundär in die Haupthandlung ein und dienen in erste Linie zur Etablierung von Hintergrundwissen, dass dem Spieler im letzten Drittel so manchen AHA-Moment bescheren wird.

Abgesehen von Squall und Rinoa verfügen die restlichen Hauptfiguren zwar über eine wesentlich simplere Charakterentwicklung, weisen aber genug eigene Persönlichkeit auf, um den Cast gebührend zu erweitern. Es ist außerdem schön wie stark die Persönlichkeiten der Gruppenmitglieder polarisieren können, wenn man beispielsweise die eher heiteren Gemüter von Xell und Selphie dem muffeligen Squall sowie der eher beherrschten Quistis gegenüberstellt. Allerdings sind auch die Gegenspieler sehr interessant, allen voran Cipher und die Hexe Artemesia. Während Cipher seinem eigenen Traum nachjagt und dabei immer weiter zu einer Marionette wird, ist Artemesias Persönlichkeit klar gefestigt durch ihren Plan mit der Zeitkomprimierung. Weiters wird Cipher von seinen besten Freunden Rai-Jin und Fu-Jin begleitet, die ihm helfen wollen, völlig egal was es kosten mag.

Zusammengefasst ist die Handlung von Final Fantasy 8 Remastered ein spannender Genremix, der manchmal Schwierigkeiten hat, seine Geschichte vollends zu entfalten oder gelungen zu erzählen aber besonders zum Schluss hin sehr spannend wird, wenn der wahre Feind bekannt ist und die Hexen/Zeit-Thematik viel stärker in den Fokus gerückt wird. Dazu kommt ein wahrlich wunderschöner Prolog in dem jede Figur seinen oder ihren Frieden findet. Auch der Cast an Haupt- wie Nebenfiguren weiß zu gefallen, da die wichtigsten Figuren trotz mangelnder Entwicklung einprägsam genug sind, um im Gedächtnis zu bleiben.

Das war der erste Teil der Final Fantasy 8 Remastered Review. Im nächsten Teil werfen wir einen Blick auf das komplexe Gameplay und kommt die Technik inklusive Fazit dran. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wir lesen uns im nächsten Beitrag.

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