Jojo Rabbit | Review

Bevor ich den ersten Trailer zu Jojo Rabbit gesehen habe, hatte mich der Film kaum interessiert, aber nach Sichtung des Trailers und anschließend des Films war mein Hype schier grenzenlos.

Ob sich eine Sichtung des Films lohnt, erfahrt ihr jetzt!


Das dritte Reich in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs.

Der zehnjährige Johannes „Jojo“ Betzler ist ein begeistertes Mitglied der Hitlerjugend. Sein Vater kämpft in Italien und seine Schwester ist erst kürzlich verstorben. Er lebt mit seiner Mutter zusammen und wird von dieser nach einem Unfall in einem Trainingscamp gepflegt. Als Jojo schließlich herausfindet, dass seine Mutter eine Jüdin in ihrem Haus versteckt, ist die Welt von Johannes auf den Kopf gestellt. Zu dumm, dass ihm bei seinem Dilemma nur sein imaginärer Freund Adolf Hitler zu Seite steht. Als er sich mit Elsa, so der Name des jüdischen Mädchens, langsam anfreundet, verzwickt sich seine Lage immer mehr …


Okay, räumen wir das Offensichtliche gleich aus dem Weg. Jojo Rabbit ist ein satirischer Anti-Kriegsfilm, der allerdings zur klugen Art Satire gehört. Die Themen Nationalsozialismus, Extremismus und Antisemitismus werden geschickt auf die Schippe genommen, aber ohne infantil, beleidigend, oder herunterspielend zu wirken. Viel mehr zeichnet der Film ein völlig überstiliertes Bild der lähmenden Massenkultur der Nazis, was man alleine schon in der Eröffnungssequenz merkt, welche zwar den Führerkult behandelt, aber gleichzeitig völlig übertrieben wirkt. Dies ist in Anbetracht der historischen Ereignisse ein beinah bizarrer Kontrast.

Dem Humor des Films selbst merkt man auch die Handschrift Taika Waititis an, der selbst jüdische Wurzeln hat, und versatzstücke des jüdischen Humors in Jojo Rabbit verbaut hat. Auch wenn der Film gern mal eine etwas härtere Gangart bei den Witzen einlegt sind diese niemals beleidigend oder schlagen gar über die Stränge. Allein die Beschreibungen der diversen Figuren von Juden triefen vor Zynismus und sind gleichzeitig heillos überzogen.

Abseits des Humors, der das prägende Element des Films ist, sind Besetzung und Inszenierung hervorragend. Besonders Letztgenannte verleiht dem Film sehr viel Abwechslung im Grundton. Neben den humoristischen Einlagen ist Jojo Rabbit immer noch ein Anti-Kriegsfilm und dies merkt man besonders in der zweiten Hälfte, wenn sich Drama & Humor abwechseln.

Der Cast des Films lässt sich mit großartig am besten beschreiben. Sei es nun Taika Waititi als Adolf Hitler, Roman Griffin Davis als Jojo Betzler, oder Thomason McKenzie als Elsa. Jeder spielt glaubhaft und mit einer gewissen Prise Überzogenheit, während die Figuren auch ernst gemimt werden, sofern es die Situation erfordert.


Zusammengefasst, Jojo Rabbit ist eine bösartige Satire, die jedoch davon absieht, jemanden zu beleidigen, aber auch gleichzeitig nicht davor zurückschreckt, eine etwas härtere Gangart von Humor zu schalten. Abseits des Humors, den man allerdings mögen muss, ist Jojo Rabbit ein hervorragender Anti-Kriegsfilm, der durch viele Faktoren glänzt und ein harmonisches Gesamtbild abgibt. Mein einziger wirklicher Kritikpunkt wären gewisse Witze, die ein paar Mal zu oft verwendet wurden und somit den Film manchmal etwas zu repetitiv wirken lassen.

Dennoch ist Jojo Rabbit ein wirklich gelungener Film, dessen Humor zwar nicht jedermanns Geschmack trifft, trotzdem kann ich für selbigen eine Empfehlung aussprechen, was die Wertung sehenswert+ rechtfertigt!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

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