Double Feature: Flatliners & Flatliners (2017) | Review

Nach einer viel zu langen Pause kehren die Double Feature Review‘s zurück. Mein Versuch für dieses Format wird es sein, jedem Beitrag eine eigene Identität zu verpassen. Den Anfang der Wiederbelebung machen Flatliners von 1990 und das gleichnamige Remake von 2017!


Double Feature Review Übersichtsseite


Titel: Flatiners
Laufzeit: 115 Minuten
Regie: Joel Schumacher
Release: 1990


Der Medizinstudent Nelson Wright versucht einige seiner Kommilitionen für ein Experiment, das sich mit künstlichen Nahtoderfahrungen beschäftigt, zu gewinnen. Trotz kleinerer Komplikationen kann er Dave, Joe, Randy und Rachel für das Experiment gewinnen, wobei besonders Letzere an Nahtoderfahrungen interessiert ist. Im Zuge ihrer Experimente leiden die Studenten an immer stärker werdenden Tagträumen und Visionen, die sie mit Ereignissen und Sünden aus ihrer Vergangenheit konfrontieren. Dazu kommt eine „Sucht“ nach immer länger werdenden Todeszuständen. Zuerst eine Minute, dann zwei, dann drei …


Titel: Flatliners
Laufzeit: 110 Minuten
Regie: Niels Arden Oplev
Release: 2017


Eine Gruppe Medizinstundenten, rund um Courtney Holmes, möchte herausfinden, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Dazu startet die Gruppe (Courtney, Marlo, Sophia & Jamie) eine Reihe an Experimenten, die sich mit künstlichen Nahtoderfahrungen beschäftigt. Obwohl die Gruppe es so schafft, ihr Bewusstsein zu erweitern, werden sie gleichzeitig von Visionen, Tagträumen und Alpträumen, die immer plastischere Formen annehmen, heimgesucht…


Es ist faszinierend, wie man in 27 Jahren, die zwischen Original und Remake liegen, nichts lernt, was Dramaturgie, Ästhetik, oder Atmosphäre angeht. Flatliners von 1990 ist ein spannender und äußerst ästhetischer Mystery-Film, der sich mit dem Konzept von Schuld und Sühne beschäftigt, dieses aber auch gekonnt thematisiert und aufzeigt, wie hart der Weg zur Erlösung sein kann. Das Remake verfolgt einen ähnlichen Ansatz, verkommt aber zu schnell zu einem Horrorfilm mit leichten Drama-Elementen, der es auf Dauer nicht schafft, die Suche nach der Erlösung spannend zu halten. Ein weiterer Vorteil des Remakes ist der Look der Schauplätze, die alle düster und schummrig wirken, aber auch der Cast weiß durch talentierte Schauspieler wie Kevin Bacon, Julia Roberts und Kiefer Sutherland zu begeistern.

Das Remake verfügt zwar über eine Vielzahl an sympathischen Schauspieler, jedoch können deren Rollen durch das durchwachsene Drehbuch nie ihr volles Potenzial ausschöpfen, sondern bleiben eher oberflächliche Stereotypen.

Auch der Soundtrack ist im Original wesentlich stimmungsvoller und bedeutend epischer als im Remake. Dies merkt man besonders im Finale, wenn es im 1990er Film einiges auf die Ohren gibt, das Remake aber leider auch in diesem Punkt auf der Stelle tritt …


Zusammengefasst sind die Flatliners Filme ein gutes Beispiel dafür, wenn das Remake dem Original um ein Vielfaches unterliegt. Flatliners von 1990 ist ein spannendes Mystery-Drama, das über die gesamte Laufzeit zu fesseln weiß und seine Kernthemen spannend vermittelt, während das Remake gute Ansätze verfolgt, aber schnell an Verworrenheit, Spannungslosigkeit und dem Abdriften in den Sumpf auf generischen Horrorfilmen krankt.

Kurz gesagt; Original hui, Remake pfui. Somit vergebe ich für Flatliners (1990) die Wertung sehenswert, während Flatliners (2017) die Wertung bedingt sehenswert erhält.

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!


Danke an die Unterstützer & Patroni von DerStigler: Hexe, Pitter, JamesVermont

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