Watchmen | Gedankenspiel [Gastbeitrag von Comic_Neuling]

Vorwort von DerStigler

Dieser Beitrag stellt den Beginn eines umfassenden und plattformübergreifenden Specials zum Thema Watchmen & Doomsday Clock dar. Ich, Comic_Neuling, Comic_Nerd92 und Ainu89 werden zu diesem gigantischen Thema Beiträge verfassen, aber auch Podcasts aufnehmen, in denen wir versuchen werden, die Komplexität dieses Kolosses zu erfassen, zu erklären und verständlich darzulegen, warum, sowohl der Comic, der Film, als auch das Doomsday Clock Event wegweisend für die Branche sind.

Auf dieser Übersichtsseite werdet ihr in Zukunft alle Beiträge von WordPress, Instagram & dem Nerds mit Akzent Podcast über dieses Special finden. Nun heißt es Bühne frei für Comic_Neuling und seinen Watchmen Beitrag!


Warum Watchmen ?


„Ganz schön harter Tobak“


„Interessante Wahl für jemanden, der noch so neu im Thema ist“


„Ein absoluter Klassiker, aber ob es das Richtige für einen Neueinsteiger ist?“


Das waren mitunter Aussagen, die ich mir anhören durfte, als ich als kompletter Neueinsteiger im Thema Comics als Erstes zu Watchmen griff. Es war nicht ganz mein erster Comic, aber ich griff recht schnell zu Watchmen. Ohne wirkliches Vorwissen und nur durch den großen Namen angelockt, stürzte ich mich recht naiv in die dystopische Welt der Watchmen.

Alles, was ich über die Watchmen wusste, kannte ich aus der Film-Umsetzung von Zack Snyder. Doch dann fand der Comic bei mir ein neues Zuhause. Ich merkte sofort, selbst mit meinem begrenzten Comic-Horizont, dass ich hier etwas Besonderes in Händen hielt.


Schon das Cover von Dave Gibbons hat mich sehr beeindruckt. Die gelb-schwarze Farbgebung, die von einem roten Blutflecken geradezu beschmutzt wird und dem Einband somit direkt den düsteren Tonus des gesamten Werkes verpasst, hat mich direkt in die passende Stimmung versetzt.


Als ich den Comic zum ersten Mal aufschlug, fiel mir sofort das 9-Panel-Raster ins Auge. Dieses mag auf den ersten Blick recht einfach wirken, bietet dem Künstler jedoch eine besondere Möglichkeit und tolle Ebene für kreative Ideen. Zum Beispiel bietet die Aufteilung verschiedenste Möglichkeiten, um mit Farben und Bildern auf diversen Ebenen visuell beeindruckende Effekte zu schaffen.

Dieses Stilmittel wissen die beiden Künstler bis zum letzten Quäntchen auszuschöpfen und benutzten es für verschiedenste Ideen. Von einer überkreuz farblich abgestimmten Seite, bis zu einer halb unterteilten Splashpage ist hier wirklich alles an kreativem Wahnsinn zu finden.

Doch nicht nur optisch konnte mich dieses Meisterwerk begeistern. Die Erzählstruktur hat mich nach nur kurzer Zeit von sich überzeugen können. Ihre Art und Weise, die Story manchmal schnell voranzutreiben und dann doch wieder abrupt zu entschleunigen, ist wirklich einzigartig. Die immer wieder nach jedem Kapitel eingestreuten Tagebücher, Zeitungsartikel und Briefe schaffen es, der Welt eine ungemeine Tiefe zu verleihen. Nach einigen Seiten eröffnete sich dann in Form eines im Comic gelesenen Comic eine zweite Ebene, die mich anfangs doch etwas verwirrte.

Mit „Tales of the Black Freighter“ wurde jedoch bei genauerer Betrachtung eine schöne Reflektion des Geschehens im Comic eingebaut, die sich meistens auf das Handeln von Ozymandias bezieht.
Dies alles umrahmt eine Story, die kaum dramatischer und düsterer sein könnte.
Durch den Hintergrund, dass Sie quasi im kalten Krieg stattfindet und dieser auch das Kernstück der Problematik ist, hat die Geschichte sich für mich nochmals um einiges realitätsnäher angefühlt. Doch hier ergänzt sich die in unserer Welt stattgefundene Krise noch um einen weiteren Faktor, nämlich Dr. Manhattan, der durch seine Fähigkeiten sowohl Erlöser, als auch Verdammnis der Welt sein kann.
Das alles ist manchmal wirklich „schwerer Tobak“ und so hat sich der Comic auch teilweise wie ein Stück Arbeit angefühlt. Jedoch ist die Story einfach zu genial, um sie zur Seite zulegen und weiß einen immer wieder zu überraschen und auch zu schocken.
Doch war es nun ein Fehler, diesen Comic schön als Einsteiger zu lesen?
Mitnichten! Er ist ein Meisterwerk und das nicht nur in der Welt der Comics, sondern auch im gesamten Bereich der Literatur und Kunst.

Watchmen ist mehr als die Summe seiner Teile. Es ist eine abgerundete Erzählung, die unsere jüngere Geschichte nimmt und ad absurdum führt. Es ist eine Reise die jeder erlebt haben sollte, der sich auch nur ansatzweise für Literatur und Popkultur interessiert.


Autor des Beitrags: Comic_Neuling

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