Ein Jahr ohne Cthulhu | Gedankenspiel [Rezensionsexemplar]

Ein Jahr ohne Cthulhu. Für mich als großer Fan von H. P. Lovecraft ein Ding der Unmöglichkeit, schließlich kann man sich der Faszination Cthluhu‘s nicht entziehen. Das wissen auch Henri und Samuel, deren Lovecraft Fandom mindestens so groß ist wie mein eigenes!


Kernfakten aus R’lyeh

Titel: Ein Jahr ohne Cthulhu
Autor: Thierry Smolderen
Zeichner: Alexandre Clérisse
Seiten: 184
Verlag: Carlsen


Nach einer geplatzten Runde „Cthulhus Ruf“ auf einem Friedhof müssen Henri & Samuel ein Jahr lang ohne das morbide Rollenspiel auskommen. Als ob das nicht schon schwer genug wäre kommt eine neue Schülerin in die Klasse der beiden, eine angebliche Hexe macht ihnen das Leben schwer und ein brutaler Mord erschüttert den Heimatort der beiden Freunde. Cthulhu lässt niemand einfach so los …

Die ersten beiden Akte der Handlung weisen kaum Verbindungen zum Cthulhu Mythos auf, bis auf das ikonische (reale) Rollenspiel. Allerdings wird im weiteren Handlungsverlauf ein packender Psycho-Thriller etabliert der die Grenzen zwischen Realität und Traum immer wieder verschwinden lässt.

Dabei entwickelt sich gemächlich eine Spannungskurve, die am Anfang eine Bindung an die Hauptfiguren erschwert, aber eine eigenwillige Sogwirkung besitzt, der man sich nur schwer entziehen kann und stetig zum weiterlesen motiviert. Somit schlägt die Graphic Novel erzählerisch bereits in die gleiche Kerbe wie eine gute, klassische Geschichte von H. P. Lovecraft.

Neben der Handlung, die sich großartig entwickelt im weiteren Verlauf, ist auch der Zeichenstil ein Highlight von ein Jahr ohne Cthulhu. Stilistisch lässt sich die Graphic Novel mit nichts vergleichen, was ich bisher gelesen habe, sondern erinnert in seiner Optik eher an das Videospiel Dead Synchronicity: Tomorrow Comes Today, was an den kräftigen, düsteren Farben liegt, welche auch perfekt mit dem Setting und dem düsteren Szenario harmoniert.

Die Optik trägt, in Kombination mit der Handlung, sehr viel zur Einzigartigkeit des Werks bei und die behandelten Themen sorgen für einen herausragenden Genremix der mit Elementen des Thrillers, Horrors, Psycho-Thrillers uns Horror-Thrillers spielt, dabei aber einen ganz eigenen Genremix etabliert.

Abschließend lässt sich sagen, dass ein Jahr ohne Cthulhu eine hervorragende Graphic Novel ist, deren verschiedene Eigenschaften sich zu einem morbiden Werk verbinden, dass nach etwas Zeit sehr spannend wird und einen erst wieder loslässt, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Somit kann ich für ein Jahr ohne Cthulhu eine klare Empfehlung aussprechen. Fans von Thrillern & Horrorgeschichte, sowie deren Spielarten aber Lovecraft Fans kommen hier voll auf ihre Kosten!

Das wars von meiner Seite. Wir lesen uns im nächsten Beitrag!

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